Fremdsprachen für Führungskräfte
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Fremdsprachen für Führungskräfte

Do you speak English?

Die Kunst der Sprache besteht darin, verstanden zu werden – das wusste schon Konfuzius. Unternehmen, die auf dem internationalen Parkett auftreten wollen, legen dementsprechend großen Wert auf Fremdsprachenkenntnisse. Am meisten nachgefragt werden sie bei Führungskräften, Ingenieuren und Wissenschaftern. Sie stehen bei Unternehmenskooperationen und der Globalisierung der Wirtschaft an erster Front – und sind mit ihren Sprachkenntnissen ein wichtiger Wettbewerbsfaktor, nicht nur in der Exportindustrie, sondern auch für inländische Dienstleistungen.

Nach Englisch ist mittlerweile Mandarin die zweitwichtigsten Sprache im internationalen Handel, noch vor Französisch und Spanisch, hat eine Studie der Economist Intelligence Unit mit Unterstützung von EF Education First ergeben. Abgeschlagen liegen hingegen Deutschkenntnisse: Nur ein Prozent der befragten Unternehmen nennt Deutsch. Je nach geografischer Lage ist auch die Sprache des jeweiligen Nachbarlandes interessant für Unternehmen.

Fremdsprachen für Führungskräfte: mangelnde Kenntnisse hindern Expansionspläne

Gerade bei bei Expansionsplänen ins Ausland sind mangelnde Sprachkenntnisse nach wie vor ein Hemmschuh für Unternehmen. Knapp die Hälfte der Befragten geben an, dass kommunikative Missverständnisse und durch Übersetzungen verfälschte Aussagen in der Vergangenheit Geschäftsabschlüsse behindert und zu Verlusten geführt hätten. Brasilianische und chinesische Unternehmen bilden dabei ein trauriges Schlusslicht: 74 beziehungsweise 61 Prozent von ihnen berichteten über finanzielle Verluste aufgrund von gescheiterten Vertragsabschlüssen über Ländergrenzen hinweg.

Dazu passt, dass die Diskrepanz zwischen erwünschten Sprachkenntnissen und tatsächlicher Sprachbeherrschung in chinesischen Unternehmen besonders groß ist. Zwar sind für 86 Prozent der Befragten Englischkenntnisse ihres Personals eine Schlüsselqualifikation für die erfolgreiche Umsetzung ihrer internationalen Strategie. Allerdings geben nur neun Prozent der chinesischen Führungskräfte an, dass die Hälfte ihrer Mitarbeiter überhaupt eine Fremdsprache spricht.

Dabei schreibt die große Mehrheit der Befragten guten Sprachkenntnissen auch ökonomische Erfolge zu: Die große Mehrheit der Führungskräfte glaubt, dass die Verbesserung der Kommunikation über Ländergrenzen hinweg das finanzielle Ergebnis ihres Unternehmens verbessern würde. 89 Prozent gehen von einem höheren Gewinn aus und mehr Umsatz aus, 86 Prozent erwarten einen höheren Marktanteil. Dennoch sind viele Unternehmen nach wie vor überfordert, wenn ein fremdsprachiges Angebot auf dem Schreibtisch landet. Anstatt dem Absender zügig in der jeweiligen Zielsprache zu antworten, werden ausländische Anfragen oftmals schlichtweg „vergessen“ oder landen gleich in der Rundablage.

Unternehmen fördern Sprachkenntnisse zu wenig

Dahinter steht oft mangelndes Engagement von Unternehmen in Punkto Fortbildung. Fast die Hälfte der Befragten gibt an, dass ihre Firma zu wenig Fortbildungsmaßnahmen anbietet, um die Sprach- und Kommunikationsfähigkeiten der Mitarbeiter auf internationaler Ebene zu verbessern. 40 Prozent der Befragten sind zudem der Meinung, dass nicht genügend Wert darauf gelegt wird, die richtigen Mitarbeiter für die Arbeit in internationalen Teams einzustellen.

Christoph Wilfert, President der EF Corporate Language Learning Solutions, kommentiert: „Aufgrund der zunehmenden Vernetzung ist die technische Seite der Kommunikation viel einfacher geworden. Mit Technik allein lassen sich Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede aber nicht überwinden, dazu müssen die Mitarbeiter weiterqualifiziert werden. Unternehmen, die im globalen Wettbewerb bestehen wollen, müssen mehr Zeit und Ressourcen in den Ausbau der Fremdsprachenkenntnisse stecken.“

Lernen mittels Blended Learning und Sprachreisen

In Studien schneiden Angebote zu Sprachtrainings und Blended Learning bei Mitarbeitern meist am besten ab. Neben dem klassischen Sprachkurs oder einem Sprachtrainer, der ins Unternehmen kommt, haben vor allem moderne E-Learning-Angebote ihre Vorteile. Die Kombination von Präsenz- und Fernlehrphasen ist nicht nur kostengünstiger, sie ermöglicht Lernenden auch ein individuelles Tempo und oftmaliges Wiederholen des Stoffes. Auf der Minus-Seite stehen die erforderliche hohe Selbstdisziplin und verringerte soziale Kontakte, wenn nur in Ausnahmefällen mit dem Trainer gelernt wird.

Besonders für Führungskräfte könnte daher Sprachreisen interessant sein. Unternehmen, die Talente besonders fördern wollen, können ihre Besten für eine bestimmte Zeit in genau jenes Land schicken, dessen Sprache es zu erlernen (oder aufzufrischen) gilt. Das ist zwar kostenintensiv, vermittelt neben Sprachkenntnissen jedoch auch ein Gespür für die Mentalität der jeweiligen Landes und bringt Firmenstandorte damit auch sozial und kulturell näher.

Bildnachweis: www.thinkstock.de



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