Flexibler Arbeitsplatz
#Work & Life | Barbara Oberrauter

Flexibler Arbeitsplatz, glückliche Mitarbeiter

Die Spatzen schreien es schon länger von allen Dächern: Ein flexibler Arbeitsplatz ist DAS Um und Auf, um Nachwuchskräfte anzulocken und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Einer aktuellen Studie des Jobanbieter Regus zufolge würden 79 Prozent aller Befragten einen Job vorziehen, bei dem sie über Ort und Zeit ihres Arbeitens mitbestimmen dürften. Weitere 67 Prozent sind überzeugt, dass flexible Arbeitsmodelle Mitarbeiter stärker an das Unternehmen binden. Und immerhin 43 Prozent der Studienteilnehmer wären länger bei ihrem letzten Arbeitgeber geblieben, hätte er ihnen eine freiere Gestaltung von Arbeitszeiten und -orten ermöglicht. „Mitarbeiter profitieren von zahlreichen Vorteilen, leiden weniger unter Stress und finden eine bessere Balance zwischen Berufs- und Privatleben“, zählt Alisa Kapic von Regus Austria die Vorteile von flexiblen Arbeitszeiten auf. Aber auch Unternehmen profitieren von flexiblen Arbeitszeiten, so Kapic: „Nicht alle Unternehmen können es sich leisten, hohe Boni oder ansprechende Gehälter zu zahlen und dabei wettbewerbsfähig zu bleiben. Durch flexible Arbeitsmodelle entstehen Firmen im Schnitt geringere Kosten als durch feste Arbeitszeiten und -orte.“

Geldwerte Vorteile durch flexible Arbeitszeiten

Wer flexible Arbeitszeiten anbietet, ist auch automatisch attraktiver für Nachwuchskräfte und Top-Talente: Gerade der Generation Y ist es wichtig, nicht nach vorgefertigten Schemata arbeiten zu müssen und sich die eigene Arbeit frei einzuteilen. Ein weiterer Vorteil: Wenn Mitarbeiter nicht im Büro sein müssen, wird der Talentepool automatisch globaler. Zudem zeigen Studien, dass es in Unternehmen mit flexiblen Arbeitszeiten deutlich weniger Krankenstände gibt und auch die Fluktuation verringert wird. Viele Firmen begreifen Flexibilität am Arbeitsplatz daher mittlerweile als strategisches Tool, um die besten und engagiertesten Talente am Arbeitsmarkt abzugreifen. Damit diese aber auch erreicht werden, muss die Möglichkeit, seine Arbeitszeit flexibel einzuteilen, Kandidaten auch an möglichst vielen Kontaktpunkten vermittelt werden. Neben Jobannoncen und Social Media eignen sich dafür vor allem übergeordneten Initiativen für flexibles Arbeiten, etwa die deutsche Initiative „Familienbewusste Arbeitszeiten“ oder die „One Million for Workplace Flexibility“. Auch auf dem Informationsportal Flexperten finden Interessierte zahlreiche Arbeitgeber, denen die individuelle Gestaltung der Arbeitszeiten ein Anliegen ist.

Jobsharing und Lebensarbeitszeit

Neben der klassischen Teilzeit gibt es für Unternehmen mehrere Möglichkeiten, die Zeitkonten ihrer Mitarbeiter flexibel zu handhaben. Immer mehr an Bedeutung gewinnt dabei das Modell der Lebensarbeitszeit: Damit können Arbeitnehmer entsprechend individueller Lebensphasen zusätzlich geleistete Zeit ansparen und aufbrauchen, indem sie ihre Arbeitszeit wieder reduzieren. Soll der Arbeitsplatz durchgängig besetzt bleiben, eignet sich das Jobsharing: Das Modell, bei dem sich zwei Mitarbeiter eine Position teilen, ermöglicht auch verantwortungsvolle Aufgaben in Teilzeitlösungen. Das spricht vor allem Führungskräfte an, die trotz verminderter Arbeitszeit in ihren Positionen bleiben können. Unternehmen wiederum profitieren neben der durchgängigen Anwesenheit von Talente und Fähigkeiten gleich zweier Personen. Die Kinderärztinnen Luisa Weitbrecht und Sabine Rosenbohm teilen sich einen Vollzeit-Arbeitsplatz und sind vom ihrem Modell vollauf überzeugt: „Wir helfen und ergänzen uns gegenseitig, haben einen ähnlichen familiären Alltag und auch eine ähnliche Arbeitsmoral. Wichtig dafür ist vor allem eine gute Kommunikation, denn wir müssen die Patienten alle wie ‚ein‘ Vollzeitarzt kennen und für sie immer ansprechbar sein. Daher sprechen wir täglich telefonisch oder persönlich.“ INFO: http://www.elternwirtschaft.at/ http://flexperten.org/index.php http://www.workflexibility.org/ http://www.erfolgsfaktor-familie.de/



Verwandte Artikel






Barbara Oberrauter
Barbara Oberrauter

Barbara Oberrauter ist langjährige Journalistin in Wien mit Schwerpunkt auf Karriere- und HR-Themen. Ihr Fokus liegt vor allem auf den vielfältigen Möglichkeiten, die moderne, digitale Arbeitswelten mit sich bringen - und wie sich Unternehmen und Mitarbeiter ideal darauf einstellen können.