Arbeitszeiten
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Flexible Arbeitszeiten

Wie die perfekte Arbeitswoche aussieht

TGIF – Thank God It’s Friday – bringt es wohl am besten auf den Punkt: Man ist froh, dass sich die Arbeitswoche endlich dem Ende zuneigt. Die meisten Menschen arbeiten nach wie vor im 40 Stunden-Rhythmus. Unterbrochen werden die Arbeitswochen bloß von Urlaub und Krankenständen. Ansonsten ist man in der Firma, macht die eine oder andere Überstunde, und denkt sich nicht viel dabei. Arbeiten wie im Hamsterrad.

Das das Modell des 9-to-5 aber nicht für alle Arbeitnehmer gleichermaßen passend ist, hat sich mittlerweile schon herumgesprochen. Gerade die junge Generation verlangt nach flexiblen Arbeitszeitmodellen, qualifizierten Teilzeitangeboten und Möglichkeiten, den Arbeitstag individuell nach ihrem Rhythmus zu gestalten. Unternehmen auf der Suche nach Talenten tun gut daran, das bei Neueinstellungen zu bedenken.

Laut einer Studie der Hay Group denken in Firmen, die auf eine ausgewogene Work-Life-Balance achten, nur 17 Prozent der Angestellten an eine Kündigung. Firmen, bei denen das nicht der Fall ist, sehen sich durchschnittlich 27 Prozent Mitarbeitern gegenüber, die auf dem Absprung sind.

Überstunden senken Produktivität

Wenn fast ein Drittel der Belegschaft wegen starren Arbeitszeiten und zu vielen Überstunden rebelliert, wird es Zeit, die Arbeitswoche neu zu denken. Als erstes auf der Abschussliste stehen Überstunden: Studien zeigen, dass nach 40 Arbeitsstunden pro Woche die Produktivität um mehr als die Hälfte sinkt. Auch das Risiko, an einer Depression zu erkranken, ist bei Überstundenleistern deutlich erhöht. Mehr Stunden bedeuten also nicht gleich mehr Leistung – eher im Gegenteil.

Als nächstes auf der Abschussliste: Die Fünf-Tage-Woche. Bereits in den 50er Jahren präsentierte der amerikanische Sozialist Walter Reuther das Konzept der Vier-Tage-Woche. Bislang hat sich dieses nur in wenigen Unternehmen durchgesetzt. Unternehmen, die den Schritt wagen, könnten jedoch positiv überrascht werden.

Der US-Bundesstaat Utah hat das Modell für alle Mitarbeiter der Verwaltung eingeführt. Mit überraschenden Effekten: Sowohl die Produktivität als auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter wurden signifikant erhöht. Die Vier-Tage-Woche reduziert nicht nur Krankenstände und Fehlzeiten, sondern bremst auch Leerläufe im Unternehmensalltag. Wenn weniger Zeit zur Verfügung steht, kann auch weniger Zeit vertrödelt werden.

Arbeiten bis 80?

Ein radikales Konzept zur Arbeitszeitverkürzung hat der Vorsitzende des dänischen Max-Planck-Instituts vorgelegt. James Vaupel ist für eine radikale Reduzierung der Wochenarbeitszeit auf 25 Stunden – bei gleichzeitiger Verlängerung der Lebensarbeitszeit. Sein Konzept basiert auf einer Gesellschaft, in der die Menschen immer älter werden.

Bis 80 zu arbeiten, hätte gleich mehrere Vorteile, argumentiert er: Einerseits hätten jüngere Menschen in der Familiengründungsphase so mehr Zeit für sich. Am anderen Ende der Skala stünden nach wie vor rüstige Senioren, die durch 25 Wochenstunden produktiv beschäftigt wären und damit weiter aktiv an der Gesellschaft teilnehmen.

Mehr als nur körperlich anwesend

Grundsätzlich ist die bloße Anwesenheit im Büro noch kein Anzeichen dafür, wie viel jemand wirklich arbeitet. Wie der Softwarekonzern Microsoft in einer Befragung seiner Mitarbeiter herausgefunden hat, kommen diese bei einer durchschnittlichen 45-Stunden-Woche auf 17 unproduktive Stunden. Die meiste Zeit geht für veraltete Software drauf, knapp dahinter stehen allerdings schon Meetings, die 69 Prozent der Befragten für völlig unproduktiv hielten.

Um solche Zeitfresser zu identifizieren und Abläufe produktiver zu gestalten, lohnt es sich, zunächst mit den eigenen Mitarbeitern individuelle Leistungsprofile zu erstellen. Schon vor der Geburt wird festgelegt, ob jemand ein Frühaufsteher oder eine Nachteule ist – und damit auch die Zeit, wann diese Person am produktivsten arbeitet.

Verhandlungen am Donnerstag

Wer seine Fähigkeiten beispielsweise am besten um 17 Uhr ausleben kann, könnte später ins Büro kommen, dafür aber länger bleiben. Das kommt auch dem Arbeitgeber zu Gute: Laut einer Studie der Durham Business School erhöht sinnlose Anwesenheitspflicht die Bereitschaft, drei oder mehr Tage im Jahr blauzumachen.

Auch der Tag, an dem bestimmte Aufgaben erledigt werden, spielt eine Rolle. Laut einer US-Studie eignet sich der Dienstag am ehesten für produktive Meetings. Am Mittwoch sind noch genug Ressourcen übrig, um längerfristige strategische Planungen vorzunehmen. Der Donnerstag wiederum eignet sich gut für Verhandlungen, da da die Kompromissbereitschaft der Kollegen angeblich am höchsten ist.

Und am Freitag sollte man gut aufpassen: Mit den Gedanken schon halb im Wochenende, passieren an diesem Tag die meisten Arbeitsunfälle.



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