#Compensation & Benefits | Andrea Heider

Erfolgreich durch Schlaf?

Ausgeschlafene Mitarbeiter fördern den Umsatz

Wer nicht ausreichend schläft, ist unkonzentriert, fehleranfällig und weniger leistungsfähig. Allesamt Eigenschaften, die uns im Berufsleben nicht weiter bringen. Dennoch brüsten sich CEOs bekannter Firmen oftmals damit, dass sie besonders wenig Schlaf benötigen. Man könnte also meinen: je erfolgreicher ein Manager/ eine Managerin ist, desto weniger Schaf benötigt er/sie? Weit gefehlt: Menschen brauchen Schlaf. Das ist eine erwiesene Tatsache. Gesund sind etwa sieben bis acht Stunden Schlaf pro Nacht. In der Tat schlafen aber etwa 10% der Bevölkerung nicht ausreichend. Das Resultat ist eine übermüdete Gesellschaft und folglich auch unausgeschlafene Mitarbeiter.

Mediziner sprechen von Schlafproblemen, wenn Patienten über ein Monat hinweg mindestens drei Nächte pro Woche nicht durchgehend und erholsam schlafen. Schlafprobleme können psychisch bedingt sein, allerdings kann auch erhöhter Stress zu Schlafstörungen führen. Wer kennt das nicht: Situationen aus dem Arbeitsleben verfolgen uns bis ins Bett: Das wichtige Projekt, die Präsentation am nächsten Tag, der Konflikt mit dem Vorgesetzten, Pläne, neue Ideen, Innovationen – sie lassen uns oftmals nicht schlafen. Alles dreht sich um die Arbeit. Abschalten fällt schwer. Selbst in der Nacht beim Einschlafen. Leicht reizbar, unkonzentriert, geschwächtes Immunsystem – das ist schließlich das Resultat von Schlafmangel.

Ausgeschlafene Mitarbeiter bekommen einen Bonus

Einer internationalen Studie vom Center for Disease Control and Prevention (CDC) in den USA zur Folge sind übermüdete Mitarbeiter für ökonomische Verluste in Milliardenhöhe verantwortlich. Dabei sprechen wir von bis zu 441 Milliarden Dollar in den USA, 60 Milliarden in Deutschland, bis zu 50 Milliarden in England, 21,4 in Kanada und sogar 138 Milliarden in Japan. Das ist ganz schön viel Geld, das den Staaten und Unternehmen hier durch die Lappen geht. Umgerechnet auf Fehltage aufgrund von Schlafmangel sind das: 1,2 Millionen Fehltage in den USA, 600.000 Fehltage in Japan, sowie 200.000 in England und Deutschland, als auch 80.000 in Kanada.

Wir sehen: unausgeschlafene Mitarbeiter sind ein Verlustgeschäft für jeden Arbeitgeber. Also: Warum machen Unternehmen nicht mehr, um ihre Mitarbeiter rechtzeitig und lang genug ins Bett zu bekommen? Ausgeschlafene Mitarbeiter sind nicht nur gesünder, sie sind auch kreativer und leistungsfähiger. Erkannt hat das auch die US-amerikanische Krankenversicherung Aetna. Mitarbeiter, die 20 Nächte hintereinander mehr als sieben Stunden schlafen, bekommen 25 Dollar pro Nacht und bis zu 500 Dollar im Jahr. Spezielle Schlafwatches sollen die Schlafaktivitäten der Mitarbeiter aufzeichnen und an den Arbeitgeber weiter leiten. Nicht ganz unumstritten, CEO Mark Bertolini ist jedoch überzeugt, dass ausgeschlafene Mitarbeiter produktiver sind.

Pausen- und Ruheräume: warum eigentlich nicht?

Ausreichend Schlaf in der Nacht und genügend Ruhephasen braucht der Mensch. Ist so. Jedoch wird auch der Powernap zwischendurch unterschätzt. Eine Langzeitstudie der Harvard School of Public Health legt nahe, dass das Herzinfarkt Risiko bei Personen, die mindestens dreimal in der Woche tagsüber eine halbe Stunde schlafen, um 37 Prozent sinkt. Ein kurzes Nickerchen im Büro kann die Leistungsfähigkeit fördern. Doch ganz ehrlich: schlafen wir wirklich im Büros? Nein, eher nicht. Fakt ist, dass sich die meisten Mitarbeiter dies nicht trauen würden.

Schlafend zum Erfolg? In Österreichischen Büros gehört es nämlich nicht zum guten Ton am Schreibtisch zu schlafen. Wer dies wagt, der wird besten Falles belächelt, Verständnis gibt es jedoch kaum. Klar, wer müde im Büro ist, gilt als unmotiviert und faul. Schade eigentlich, da doch Schlaf so wichtig ist und ausgeschlafene Mitarbeiter den Umsatz steigern. Mitarbeiter sollten daher die Möglichkeit haben, sich in einem eigens dafür vorgesehenen Raum auszuruhen. Warum also nicht einen Ruheraum oder einen Schlafraum einrichten, in dem Mitarbeiter die Möglichkeit haben sich kurz auszuruhen, um wieder fit, entscheidungsfreudig, kreativ und ausgeruht an den Arbeitsplatz zurückzukommen.
Bildnachweis: www.istockphoto.com



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Andrea Heider
Andrea Heider

Beschäftigt sich mit der Frage, wie die Arbeitswelt ein menschgerechter Ort werden kann und, wie jeder Mitarbeiter seine Fähigkeiten bestmöglich einbringen und weiterentwickeln kann; bloggt über Karriere- und HR-Trends. Besonderes Interesse für Themen rund um Achtsamkeit, Glücksforschung und Motivation.






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