3 Wege wie Sie entspannt in den Urlaub starten können
#Work & Life | Doris Hartl

Entspannt in den Urlaub

3 Zugnge fr einen freien Kopf

Die Urlaubszeit steht an. Eine Zeit, die zum Aufladen und Auftanken der eigenen Energiereserven gedacht ist. Um bewusst Abstand zu nehmen, vom beruflichen Alltag und der Hektik der Zeit. Um endlich zu entspannen. Leichter gesagt, als getan. Denn je grer die tglichen beruflichen Herausforderungen sind, desto schwerer fllt es uns, gedanklich abzuschalten. Und das im wohlverdienten Urlaub. Viele kennen das Leid: die Arbeit, noch unerledigte Dinge, Projekte oder sogar Personen kommen direkt in den Koffer und begleiten uns wie ein unerwnschter Gast mit in den Urlaub. Am Zielort angekommen hngen wir stndig in Gedankenschleifen, knnen schlecht oder gar nicht abschalten und wenn doch, dann sitzen wir schon wieder im Auto oder Flugzeug gen Heimat.

Als „positive Erfahrung“ und Erholung von der Arbeit gedacht, ist der Urlaub fr viele Menschen ein stressiges oder „kritisches Lebensereignis“. Auf der „Top 40 Liste der stressigsten Ereignisse im Leben“, verffentlicht von den beiden US-amerikanischen
Psychologen Thomas Holmes und Richard Rahe, rangiert „Urlaub“ auf Platz 39. Einer der Grnde ist mitunter die mangelnde Vorbereitung auf diese „Phase der Entspannung“. Die bergnge passieren zu rasch und Personen stellen sich kaum auf den Urlaub ein.

Die Schlsselfrage lautet daher: Wie knnen wir Abstand gewinnen von belastenden Gedanken oder Gefhlen und welche Vorkehrungen kann ich treffen, um gelassen und frei meinen Urlaub anzutreten? Eines ist gewiss: Bewusste Auszeiten und Phasen der Erholung sind wichtig, da sie uns (im besten Fall) wertvolle Energie schenken. Auch die Stressforschung zeigt, dass „Entspannung“ sowie Entschleunigung ein wichtiger Teil unserer psychischen und physischen Gesundheit sind. Denn so ist unser Organismus auf den Wechsel von Aktivitt auf Passivitt tatschlich angewiesen, um sich wieder zu regenerieren. Daher sollte uns der eigene, wertvolle Urlaub als echte Kraftquelle dienen und frei von Zwngen oder Verpflichtungen sein.

Bewusste Vorkehrungen treffen

Bereits am Arbeitsplatz – noch vor Antritt des Urlaubs – sollte man sich mental auf den Urlaub einstimmen und die bevorstehende Abwesenheit gut planen. Offene und noch unerledigte Arbeiten oder Ttigkeiten (und deren Status) definieren, eine mgliche bergabe an ArbeitskollegInnen vorbereiten (wichtig: dabei an eine gerechte Arbeitsverteilung denken) und diese mitunter verschriftlichen, wichtige
Schlsselpersonen (KundInnen, KollegInnen, ProjektpartnerInnen etc.) ber die Abwesenheit informieren, eine Abwesenheitsnotiz einrichten, bereits „worst-case“ Szenarien durchdenken (Dinge, die whrend der Abwesenheit passieren knnen) inklusive mglicher Handlungsoptionen und diverse Push- oder Informationsdienste fr diese Zeit deaktivieren. Eine gute Planung und Organisation im Vorfeld – dabei auch den Schreibtisch nicht vergessen – erleichtert den Start in den Urlaub.

Gedankliche Auszeit: Kopf im „Stand-by-Modus“

Ein bewusster (wenn auch temporrer) „Austritt“ aus der Arbeitswelt ist wichtig. Eigene Verpflichtungen und Aufgaben sollten am letzten Arbeitstag vor Ort zurckgelassen und „abgestellt“ werden (im Sinne von „Ihr bleibt hier!“). Auch in dem Wissen, dass sie nach der Rckkehr wieder aufgenommen werden knnen. Dieser gedankliche Abstand ist auch whrend dem Urlaub wichtig. Aufsteigende Gedanken sollten augenblicklich gestoppt oder eingefroren werden. Dabei kann es hilfreich sein, sich bei aufkeimenden Gedanken ein inneres „Stoppschild“ vorzustellen, Gedanken in Boxen zu stecken oder ber einen Luftballon wegzuschicken. Begleitend dazu, sollten weder E-mails oder
andere Nachrichten gelesen noch Anrufe beantwortet werden. Auch die Urlaubslektre sollte entsprechend gewhlt werden und keine arbeitsrelevanten Dokumente beinhalten. Es ist ein „sich stndiges Erinnern“ – auf mentaler Ebene – an die eigentliche Bedeutung des Urlaubs fr die eigene Person (Erholung, Entspannung, Abstand etc.), die eigene Gesundheit und involvierte Personen (gemeinsame
Erfahrungen und Erinnerungen schaffen, Bindungen festigen etc.). Und im Regelfall knnen wir 95 Prozent der Dinge, die uns im Urlaub beschftigen ohnedies nicht ndern – da sie entweder in der Vergangenheit oder der Zukunft liegen. Daher die Empfehlung: Schalten Sie ihren Kopf einfach auf „Stand-by“.

Innerlich loslassen & tief durchatmen

Im Urlaub angekommen: Einmal tief durchatmen, um den Krper in einen entspannteren Zustand zu bringen. Warum? Es gibt zwei Grnde, warum ein einziger achtsamer Atemzug Krper und Geist beruhigt. Die physiologische Erklrung lautet, dass achtsame Atemzge eher langsam und tief sind. Das wiederum stimuliert den Vagusnerv und aktiviert das parasympathische Nervensystem (fr Erholung, Entspannung und Energieaufbau zustndig). Der Stress nimmt ab, Herzfrequenz und Blutdruck sinken, und Sie werden ruhiger. Die psychologische Argumentation ist, dass
Sie sich whrend des Atemzugs vollkommen im gegenwrtigen Moment befinden und sich von Vergangenheit (Erinnern, Analysieren etc.) und Zukunft (Planen, Organisieren etc.) distanzieren. Eine wichtige Bedingung ist jedoch, dass Sie ihre ganze, ungestrte Aufmerksamkeit auf den Atem lenken. Damit geben Sie Ihrem Krper und Geist eine wertvolle Gelegenheit fr Ruhe und Erholung.

„Sinnes-Pausen“ einlegen

ber unsere fnf Sinne nehmen wir die Reize aus der Umwelt auf. Sie sind sozusagen unsere Antennen nach Auen und steuern unsere Wahrnehmung. Aufmerksames Wahrnehmen ermglicht es, die drei Ebenen – sensorische Empfindungen, Gefhle und Gedanken – zu beobachten, voneinander zu trennen und der Situation entsprechend, angemessen zu handeln. Machen Sie mehrmals am Tag eine kurze „Sinnes-Pause“. Nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, um nur zu hren, zu schmecken, zu fhlen, zu riechen und zu spren. Was nehmen Sie wahr? Dadurch verlassen Sie die mentale, gedankliche Ebene und widmen sich dem augenblicklichen Empfinden und Erleben.

Und abschlieend: Machen Sie jetzt eine kurze „Sinnes-Pause“ und erforschen Sie (ohne zu urteilen oder gleich zu bewerten), was Sie in diesem Moment sehen, hren, riechen, schmecken und spren. Nehmen Sie dann ein paar tiefe Atemzge – dafr knnen Sie gerne die Augen schlieen – entspannen Sie Ihren Krper und kehren erst dann zur aktuellen oder nchsten Aufgabe zurck. Was hat sich verndert?
Dann schauen Sie einfach, was Sie persnlich tun knnen und auch brauchen, um einen klaren bergang und Einstieg in den Urlaub zu schaffen und nutzen Sie die Zeit zum Aufladen und Auftanken Ihrer Energiereserven. Denn sie tun sich – und Ihrem Umfeld – nur Gutes damit.

Bildquelle: istockphoto.com



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Doris Hartl

Den Menschen in seiner Vielfalt zu betrachten, und das wertfrei. Empathie und ein achtsamer Umgang mit sich und anderen sind wichtige Werte, die es (wieder) zu vermitteln gilt. Auch wenn Organisationsstruktur & -kultur als auch gelebte Kommunikationsprozesse bercksichtigt werden mssen, so geht es letztlich um den Menschen und um ein besseres Miteinander. Mag. (FH) Doris Hartl, MA ist Eigentmerin von Aroha Consulting sowie Dozentin fr "Interkulturelles Management" und bietet Trainings & Beratung in den Bereichen: Kulturelle Vielfalt, Empathische Kommunikation und Achtsamkeit. www.aroha-consulting.com






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