Employer Branding Beispiel
#Employer Branding & Personalmarketing | Team JOBnews

Employer Branding Beispiel #3

Die Geschäftsführung muss Werte auch leben

Arbeitgeber gibt es viele. Wer sich am heiß umkämpften Markt der Talente besonders gut positionieren will, braucht neue Ideen, durchdachte Konzepte und außergewöhnliche Maßnahmen. JOBnews.at stellt Ihnen in dieser Serie österreichische Employer Branding Beispiele vor. Susanne Luef, Marketingverantwortliche beim Schokoladenhersteller Zotter, über gesunde Ernährung, flache Hierarchien und einen Chef, dessen Platz bei den Mitarbeitern ist.

JOBnews.at: Frau Luef, was bedeutet Employer Branding für Sie?

Susanne Luef: Employer Branding richtet sich bei uns in erster Linie an die Mitarbeiter im Unternehmen. Jeder, der bei uns arbeitet, soll eine möglichst angenehme Situation und einen angenehmen Arbeitsplatz vorfinden. Nur so ist er motiviert, die beste Leistung zu liefern. Die Hierarchien im Unternehmen sind generell sehr flach, bei uns ist es einfach ein nettes, familiäres Miteinander. Herr Zotter will, dass alle miteinander in Kommunikation sind und es möglichst kurze Wege gibt. Unsere Mitarbeiter sollen sich auf allen Ebenen willkommen und wichtig und als Beitrag des Gesamten fühlen.

Inwiefern äußert sich das?

Wir pflegen eine Politik der offenen Tür. Bei uns gibt es formlose Vorschlagsmöglichkeiten: Wenn ein Mitarbeiter eine Idee oder einen Verbesserungsvorschlag hat, weiß er, wo er den deponieren kann. Die Maßnahmen fließen dann auch relativ unbürokratisch und schnell in den Arbeitsalltag ein. Gerade wenn Abläufe durch solche Ideen effizienter gestaltet werden können, sind Vorschläge herzlich willkommen.

Welche Rolle spielt die Unternehmensleitung bei diesem Prozess?

Bei uns ist der Kontakt zwischen der Geschäftsleitung und den Mitarbeitern sehr eng. Herr Zotter kennt alle seine 153 Mitarbeiter mit Namen und verlässt auch mal sein Büro, um sich in der Produktion anzuschauen, wer wo im Einsatz ist. Diese Form der Wertschätzung ist für unsere Mitarbeiter sehr wichtig. Generell ist die Wertigkeit der Mitarbeiter in unserem Unternehmen eine sehr hohe. Diese Leute sind ein wichtiges Kapital im Unternehmen, das auch gefördert werden soll. Das geht nur, wenn man raus aus der Chefetage und rein zu den Mitarbeitern geht.

Wo trifft man sich bei Ihnen?

Bei uns in der Kantine gibt es einen großen Mittagstisch, wo alle zusammensitzen. Da finden angeregte Diskussionen statt, das ist eine Art Umschlagsplatz für Informationen und für ein Miteinander. Unsere Mitarbeiter kommen zu 90 Prozent aus der Region, da hat man einfach gemeinsame Themen. Das kollegiale Miteinander ist auch eine gute Basis für einen Arbeitsplatz. Man verbringt einen Großteil des Tages hier, und wenn man gerne kommt und die Bezahlung auch stimmt, ist das eine wesentliche Voraussetzung.

Spielt auch das Thema Weiterbildung eine Rolle?

Employer Branding Beispiel Zotter

Employer Branding Beispiel: bei Zotter setzt man auf flache Hierarchien

Auf alle Fälle. Wir haben über 260.000 Besucher pro Jahr, denen wir eine schöne Zeit bieten wollen. In vielen Servicebereichen sind unsere Mitarbeiter permanent mit Kunden in Kontakt, da ist es wichtig, dass diese Mitarbeiter auch wissen, was sie tun. Wir fördern daher Sprachkurse, damit die Gäste auch Fragen in ihrer Muttersprache stellen können, und wählen gezielt besonders kommunikative Mitarbeiter für die Servicestationen aus. Das ist auch eine besondere Auszeichnung und Motivation für die Leute, wenn sie vor den Kunden als Repräsentanten der Firma fungieren können.

Sind Ihre Mitarbeiter auch ein Stück weit Markenbotschafter?

Natürlich. Unsere Mitarbeiter sind wichtige Mulitiplikatoren nach außen. Gerade wenn Bekannte oder Freunde wissen wollen, wie es bei uns so ist, sind die Kollegen wichtige Meinungsbildner übers Unternehmen. Wir bemühen uns, unsere Mitarbeiter in der Hinsicht auch regelmäßig zu informieren, aber durch das informelle Miteinander sind sie in die meisten Arbeitsabläufe ohnehin integriert.

Sehen Sie auch Schwierigkeiten beim Thema Employer Branding?

Eine Herausforderung ist sicherlich, dass die Werte, die man den Mitarbeitern vermitteln möchte, von der Geschäftsführung auch gelebt werden müssen. Es kommt nicht gut an, wenn man versucht, etwas zu vermitteln, das von der Leitung nicht auch intensiv gelebt wird. Bei uns sind nachhaltiges Wirtschaften und der sorgfältige Umgang mit Ressourcen wichtige Punkte im Arbeitsalltag. Damit das im ganzen Unternehmen gelebt wird, muss das auch und gerade von der Geschäftsleitung kommen, sonst ist das nicht glaubhaft.

Inwiefern stellt Ihr Employer Branding auf die Themen Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung ab?

Gesunde Ernährung ist für uns das Um und Auf: Wenn man dafür sorgt, dass man die Mitarbeiter ordentlich verpflegt und damit auch in diesem Bereich Verantwortung für die Leute übernimmt, hat das nur Vorteile für die Unternehmen. In unserer Mittagskantine, die für alle Mitarbeiter kostenlos ist, gibt es rein biologisches Essen und Getränke, die alle aus nachhaltiger Landwirtschaft kommen. Die Einführung dieser Maßnahme hat sich ziemlich schnell rentiert: Bei uns ist die Mitarbeiterfluktuation sehr niedrig. Durch die lange Betriebszugehörigkeit ist auch ein konstruktiveres Zusammenarbeiten möglich, weil die Abläufe schon allen bekannt sind.

Mehr zur JOBnews.at Serie „Best Practice Employer Branding“:

Employer Branding #1: Werbeagentur Robin des Bois in Wien
Employer Branding #2: MARK Metallwarenfabrik GmbH in Spital am Pyhrn

 



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