#Compensation & Benefits | Andrea Heider

Dirk, Rainer und Jürgen machen Karriere

Was der Vorname über das Gehalt verrät

Nomen est Omen, das wussten schon die alten Römer. Eltern können den Karriereweg ihrer Kinder schon mit der Namensgebung beeinflussen. Eine aktuelle Analyse von 50.000 deutschen Lebensläufen legt nämlich nahe, dass der Vorname eines Menschen die Höhe des Gehaltes beeinflussen kann. Was sich unglaublich anhört, bestätigen auch andere wissenschaftliche Studien, doch dazu später mehr. Wie wurde diese Analyse gemacht? Die Jobsuchmaschine Adzuna hat analysiert, welche Vornamen in Spitzenjobs die höchsten Gehälter bekommen. Dabei wurden alle Vornamen berücksichtig, die häufiger als 20-mal vorkommen, insgesamt ist eine Stichprobe von 5.541 Namen übrig geblieben.

Das erstaunliche Ergebnis: Personen mit kurzen Namen, machen schneller Karriere und verdienen besser. Der absolute Spitzenreiter ist Dirk. Die Dirks dieser Welt verdienen nämlich 120.200 Euro, gefolgt von den Rainers, die mit 112.153 Euro im Jahr auch nicht so schlecht verdienen. Nicht weit abgeschlagen sind die Jürgens mit 110.088 Euro und die Haralds mit 109.190 Euro. Traurig aber wahr: Die Frauen liegen mit ihren Durchschnittsgehältern weit dahinter. Die erfolgreichsten Frauen heißen Sabine (83.638 Euro), Susanne (82.690 Euro) und Claudia (78.934 Euro). Wir halten folgendes fest: Je weniger Silben ein Name hat, desto höher ist das Gehalt. Personen mit zweisilbigen Vornamen verdienen nämlich um etwa acht Prozent weniger.

„Name-Pronunciation-Effect“

Es ist rätselhaft. Sehnen sich Menschen etwa nach Einfachheit? Gesteht man einem Dirk Flitz mehr Kompetenzen zu, als einem Justin-Augustin Lochberger-Hinterwald? Falls ja: warum eigentlich? Doppelnamen haben übrigens eine besonders negative Auswirkung auf das Gehalt und das, obwohl sie mitunter einen durchaus adeligen Tough haben. Und tatsächlich, Psychologen haben diesem Phänomen einen Namen gegeben, sie nennen es „Name-Pronunciation-Effect“. Die dazu gehörige Studie „Why people like Mr. Smith more than Mr. Colquhoun“ legt nahe, dass Namen, die einfach auszusprechen sind, positiver bewertet werden, als lange, komplizierte, mysteriöse Buchstabenansammlungen, die, wenn man sie richtig ausspricht, einen Namen ergeben.

Die erwähnte Studie beschäftigt sich speziell mit den Auswirkungen von Namen in der Arbeitswelt. Sie legt nahe: „Easy-to-pronounce names (and their bearers) are judged more positively than difficult-to-pronounce names.“ Und weiter noch: „People with easier-to-pronounce surnames occupy higher status positions in law firms. These effects obtain independent of name length, unusualness, typicality, foreignness, and orthographic regularity.“ Die Einfachheit oder Komplexität eines Namens kann also nicht nur bei der Personalauswahl beeinflussen, sondern auch Erfolg und hohes Gehalt vorprogrammieren. Personalisten sollten sich jedoch nicht von kurzen, prägnanten Namen blenden lassen, sondern viel eher auf andere Qualitäten eines Bewerber achten.

Chefs heißen Peter, Bob und Jack

Andere Studien kommen zu ähnlichen Ergebnissen: So hat beispielsweise TheLadders, eine US-Karriereseite, die Namen der männlichen Topverdiener herauskristallisiert. Je kürzer, desto erfolgreicher: Tom, Rob, Dale sind die Stars. Das Karriereportal LinkedIn stellte fest, dass Namen von CEOs häufig nur vier Buchstaben haben, etwa Peter, Bob, Jack oder Fred. Chefs mit langen Namen verwenden übrigens gerne die Kurzform. Forscher der New York University kamen zum Schluss, dass Personen mit simplen Namen häufig eine höhere Position im Unternehmen erlangen. Kollegen der Marquette University in Wisconsin fanden heraus, dass Bewerber mit gebräuchlichen Namen, eher eingestellt werden, als solche mit ungewöhnlichen. Die Studien analysierten übrigens hauptsächlich männliche Namen.

Wer hat welches Durchschnittsgehalt?

  • Rang 1: Dirk: 120.200 Euro
  • Rang 2: Rainer: 112.153 Euro
  • Rang 3: Jürgen: 110.190 Euro
  • Rang 4: Harald: 109.190 Euro
  • Rang 5: Peter: 108.530 Euro
  • Rang 6: Klaus: 100.274 Euro
  • Rang 7: Hans: 96.339 Euro
  • Rang 8: Thomas: 95.855 Euro
  • Rang 9: René: 95.566 Euro
  • Rang 10: Ralf: 95.505 Euro
    (…)
  • Rang 23: Sabine: 83.638 Euro
  • Rang 27: Susanne: 82.690 Euro
  • Rang 35: Claudia: 78.934 Euro
  • Rang 37: Andrea: 78.009 Euro
  • Rang 47: Tanja: 74.291 Euro


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Andrea Heider
Andrea Heider

Beschäftigt sich mit der Frage, wie die Arbeitswelt ein menschgerechter Ort werden kann und, wie jeder Mitarbeiter seine Fähigkeiten bestmöglich einbringen und weiterentwickeln kann; bloggt über Karriere- und HR-Trends. Besonderes Interesse für Themen rund um Achtsamkeit, Glücksforschung und Motivation.






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Peter schrieb am 12. Juni 2017 um 08:16

Guten Tag Frau Heider

Ich habe Ihren Artikel gelesen und bin amüsiert darüber. Wie Sie sehen können heisse ich Peter und ich bin CEO einer Managementgesellschaft.

Im folgenden Satz hat sich ein Schreibfehler eingeschlichen: „Doppelnamen haben übrigens eine besonders negative Auswirkung auf das Gehalt und das, obwohl sie mitunter einen durchaus adeligen Tough haben.“ Was Sie wohl meinten nennt man „…adeligen touch haben.“ Tough bedeutet stark, hart und nicht einen Anschein, Gefühl etc. haben.



Ina Stegemann schrieb am 1. August 2017 um 17:12