Digitalisierung
#Trends im Recruiting | Barbara Oberrauter

Digitalisierung der HR

Neue Wege im Personalmanagement

Big Data, Recruiting-Software und Social Media: Die Arbeitswelt wird immer digitaler. Grund genug, auch beim Personalmanagement auf elektronisch vermittelte Unterstützung zu setzen. Wie eine aktuelle Studie des IT-Unternehmens IBM zeigt, verändert die Digitalisierung HR-Arbeit vor allem in den Bereichen der Zusammenarbeit, beim Wissensaustausch und in der Mitarbeiterentwicklung.

Wissen wird digital ausgetauscht

Der Austausch von Know-How wird, digital unterstützt, weltumspannend möglich und fördert individuelles Lernen: Wer sich jetzt in einem Unternehmen weiterbilden möchte, gehört meist zu einer Generation, die mit Multimedia und Social Networks aufgewachsen ist. Lernen findet für diese Mitglieder der Generation Y elektronisch unterstützt statt, auf Tablets, in Online-Chats und durch Videobeispiele.

Das haben auch Unternehmen erkannt: So hat die Kinderklinik von Boston etwa eine Schulungsplattform entwickelt, die Schulungen und Simulationen mit einem sozialen Netzwerk kombiniert. Die Community ist auf der ganzen Welt verteilt und kann dennoch neue Verfahren unabhängig von Standort oder Zeitzone erlernen sowie eigenes Wissen und lokale Praktiken weitergeben.

Big Data im Recruiting und beim Leistungsmanagement

Auch beim Recruiting spielen Daten eine immer größere Rolle. Anhand von Big Data können beispielsweise Wechselwahrscheinlichkeit und Interessenwahrscheinlichkeit von Kandidaten berechnet werden. Kandidatenmärkte können damit analysiert und Kandidaten treffsicher und zügig erreicht werden. Dafür notwendig ist der Einsatz moderner Analysetechnologien – und Personaler, die damit umgehen können.

Am meisten genutzt werden Daten in den Bereichen Mitarbeitereinbindung bzw. -motivation und Leistungsmanagement. Die IBM-Studie zeigt, dass Unternehmen, die Personalanalysetechniken konsequent einsetzen, eher in der Lage sind, verschiedene Herausforderungen im Personalbereich wie Mitarbeiterbindung, Mitarbeitermotivation und Leistungsmanagement erfolgreich zu lösen. Als Erfolgsbeispiel nennt die Studie ein Unternehmen der Unterhaltungsindustrie: Anhand bestehender Mitarbeiterleistungen wurde die Nachwuchspipeline analyisert und damit die vielversprechendsten Nachwuchskräfte hervorgehoben. Das Resultat: Geringere Fluktuation, reduzierte Schulungskosten und höhere Ertragskraft.

Digitalisierung: Daten müssen transparent sein

Eine wichtige Grundlage für den Umgang mit digital verfügbaren Daten ist deren Transparenz. „Eine Kultur der Offenheit und Anerkennung muss sich in den ungeschriebenen Regeln und Normen eines Unternehmens widerspiegeln“, schreiben die Studienautoren. Werden Mitarbeiterbeziehungen digital durchschaubar, hat die Personalabteilung die Möglichkeit, Interaktionen laufend zu beobachten und positive oder problematische Entwicklungen zu verzeichnen. Damit können die neuen Systeme dazu beitragen, Anliegen von Mitarbeitern rasch zu erkennen sowie direkte Hilfestellung anzubieten.

Um den Weg zum digitalen Personalmanagement zu ebnen, empfiehlt Julia Böge von Intersearch, bei Führungspositionen mit entsprechendem Know-How zu besetzen. „Mittelstandsmanager sollten nicht nur IT-Fachkenntnisse mitbringen, sondern innovationsfördernde Führungskompetenzen wie zum Beispiel die Begeisterungsfähigkeit für digitale Konzepte, auch über das aktuelle Geschäftsmodell hinaus, oder grundlegende Veränderungsbereitschaft.“

Bildnachweis: www.thinkstock.de



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Barbara Oberrauter
Barbara Oberrauter

Barbara Oberrauter ist langjährige Journalistin in Wien mit Schwerpunkt auf Karriere- und HR-Themen. Ihr Fokus liegt vor allem auf den vielfältigen Möglichkeiten, die moderne, digitale Arbeitswelten mit sich bringen - und wie sich Unternehmen und Mitarbeiter ideal darauf einstellen können.