Digitale Kompetenzen sind zunehmend gefragt
#Recruiting | Sandra Pillwatsch

Digitale Kompetenzen als Erfolgsfaktor

Stärkung von digitalen Skills als Zukunftsthema

Am HAYS HR-Report 2017 nahmen insgesamt rund 600 Führungskräfte aus Klein-, Mittel- und Großbetrieben in Deutschland, Österreich und der Schweiz teil. Die Studien-TeilnehmerInnen aus Dienstleistungs- und Industriebetrieben sowie dem öffentlichen Sektor stimmten über die Top HR-Prioritäten ab und es zeigte sich ein interessantes Bild.

Die Zukunft des Arbeitens

Während die Vorbereitung der MitarbeiterInnen auf die digitale Transformation im Vorjahr nur von 16 % der befragten Führungskräfte als wesentliche Priorität in der HR-Arbeit angesehen wurde, kletterte der Prozentsatz zur selben Frage im Folgejahr auf stolze 34 %. Nur der Dauerbrenner der letzten Jahre, nämlich die Flexibilisierung der Arbeitsstrukturen, wurde von 37 % aller Befragten als noch dringlicher angesehen.

Digitaler Kompetenzerwerb beschäftigt alle Branchen

Die Diskussion um die zukünftige Gestaltung des Arbeitens mit allen Möglichkeiten und Herausforderungen, die die Digitalisierung bietet, ist aktuell in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik gleichermaßen im Fokus.

Für die Befragten aus den Dienstleistungsunternehmen sind es die Flexibilisierung der Arbeitsstrukturen und die Vorbereitung der Mitarbeitenden auf die digitale Transformation, auf die es zukünftig besonders ankommt. Überraschend ist, dass nur jeder Vierte aus dem Industriesektor der Vorbereitung der Mitarbeitenden auf die digitale Transformation einen hohen Stellenwert beimisst, obwohl gerade dieser Bereich in der Diskussion um Industrie 4.0 im Fokus steht.

Welche digitalen Kompetenzen sind gefragt?

Eines wird im HAYS-Report deutlich: Mitarbeitende sind noch nicht ausreichend auf die digitale Transformation und die damit verbundenen Herausforderungen vorbereitet. Im Hinblick auf die veränderten Anforderungen zeigt sich, dass es viel mehr als nur technologisches Know-how braucht. So konstatieren die Befragten einen großen Handlungsbedarf bei den Soft Skills der Beschäftigten. Drei Viertel der Befragten sehen die Bereitschaft, sich auf Veränderungen einzulassen, als wesentliche Herausforderung dabei, Mitarbeitende auf die digitale Reise mitzunehmen. Jeweils zwei Drittel messen der Fähigkeit zum Umgang mit Komplexität bzw. zum Umgang mit Unsicherheiten und Risiken ebenfalls einen hohen Stellenwert zu.

Den größten Handlungsbedarf bei den „harten“ digitalen Kompetenzen erkennen die Studien-TeilnehmerInnen bei der Medienkompetenz, gefolgt von der IT-Grundkompetenz. In Relation dazu wird der Handlungsbedarf hinsichtlich der Fachkenntnisse jedoch geringer eingeschätzt.

Herausforderungen in digitalem Kompetenzerwerb und -vermittlung

Welche Herausforderungen ergeben sich durch die veränderten Kompetenzprofile für die Art und Weise, wie die digitalen Kompetenzen erworben und vermittelt werden können? Die Befragten sehen die größte Herausforderung darin, die Belegschaft auf die Veränderungen der Arbeitswelt vorzubereiten. Neben der Vermittlung digitaler Grundkompetenz müsse vor allem an der Stärkung der Eigenverantwortung jedes Mitarbeitenden gearbeitet werden.

Digitalisierung als zweischneidiges Schwert

In Hinblick auf die zu erwartenden Effekte der Digitalisierung zeichnet die Studie abschließend ein ambivalentes Bild: Auf der einen Seite führt fast die Hälfte der Befragten an, dass Routinearbeiten im mittleren Qualifikationsniveau aufgrund der Digitalisierung zukünftig von Software bzw. Maschinen übernommen werden könnten. Und jeder Fünfte geht davon aus, dass sich die Belegschaft dadurch verkleinern könnte. Auf der anderen Seite werden die Entstehung neuer Tätigkeitsfelder sowie die Zunahme von flexiblen Beschäftigungsverhältnissen als positive Beschäftigungseffekte der Digitalisierung angeführt.

So stärken Sie die digitalen Kompetenzen in Ihrem Unternehmen

Folgende Tipps hält StepStone für Sie bereit, um in der digitalen Transformation die Nase vorne zu behalten:

1.) Strategien festlegen, Kompetenzen definieren
Legen Sie fest, in welchen Unternehmensbereichen digitales Arbeiten zukünftig eine (noch) größere Rolle spielen soll. Möchten Sie eine kollaborative Software einführen oder denken über Blended Learning?Formate nach? Diese Pläne setzen verschiedene digitale Kompetenzen in Ihren Teams voraus. Definieren Sie, welche Fähigkeiten Ihre Mitarbeitenden benötigen und fördern diese gezielt.

2.) Digitale Kompetenzen und Kompetenzvermittlung kommunizieren
Um Commitment und Anschlussfähigkeit Ihrer Strategie zu gewährleisten, kommunizieren Sie Ihre strategischen Überlegungen und die zentrale Bedeutung digitaler Kompetenzen für den Unternehmenserfolg. Damit unterstützen Sie den erfolgskritischen Faktor, dass sich Ihre Belegschaft auf zukünftige Veränderungen in der Arbeitsweise aktiver einlässt.

3.) Recruiting und Weiterentwicklung von Teams
Denken Sie die digitalen Kompetenzen bereits verstärkt beim Recruiting neuer Positionen mit und bringen diese deutlich in Ihre Stellenanzeigen ein. Setzen Sie nach Möglichkeit auf heterogene Teams, in denen digitale Nachzügler von IT-affinen Kollegen/innen profitieren und sich weiterentwickeln können. Erfolgsgeschichten im „Reverse Mentoring“ (Anm: reifere Mitarbeitende erweitern Ihre IT-Kompetenzen mit Unterstützung von jungen Kollegen/innen) belegen dies eindrucksvoll.

Mehr zum Thema digitale Kompetenzen finden Sie im Hays-Studie-HR-Report-2017

Bildnachweis: www.istockphoto.com / PhonlamaiPhoto

 

 

 



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Sandra Pillwatsch
Sandra Pillwatsch

Sandra Pillwatsch hat zwei Steckenpferde: Schreiben und Human Resources. Die weitgereiste HR-Expertin kombiniert beides in ihren Artikeln rund um das schöne neue Arbeitsleben. Mit einem Augenzwinkern durch die erfahrene Personalistinnen-Brille greift sie jene Themen auf, die das Job-Leben von heute und morgen betreffen.






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