Recruiting-Trends 2015
#Trends im Recruiting | Barbara Oberrauter

Die zehn Recruiting-Trends 2015

Das erwartet Personalverantwortliche 2015

Trauern Sie noch um das vergangene Jahr? Oder sind Sie schon fit für 2015? Auch wenn das neue Jahr noch jung ist: Personalplanung findet immer statt. Am besten langfristig und unter Berücksichtigung der aktuellsten Entwicklungen. JOBnews.at zeigt Ihnen, welche Recruiting-Trends Sie 2015 erwarten – und wie Sie diese bestmöglich in Ihre Personalplanung einbauen.

1. Die Zielgruppen bei der Personalsuche werden breiter

Statt individuelle Jobs auszuschreiben, wird immer mehr für bestimmte Kategorien rekrutiert. Die Aufgabe der Personalabteilung: Kandidaten mit offenen Stellen zu matchen, für die sie die besten Voraussetzungen und Interessen mitbringen. Für die konkrete Stellenbeschreibung bleibt nach der Neubesetzung immer noch Zeit.

2. Vergessen Sie Zertifikate und Abschlusszeugnisse

Die Kandidaten von morgen werden nicht mehr aufgrund ihrer Erfahrung und (nachweisbaren) Qualifikationen eingestellt. Viel wichtiger wird ihre Fähigkeit, ihre Talente in einer vergleichbaren Umgebung einzusetzen. Statt ellenlanger Qualifikationslisten sprechen Top-Talente von morgen auf „Performance-Profile“ an. Studien zeigen, dass damit nicht nur die Zielgenauigkeit im Recruiting optimiert wird – auch die Fluktuation kann damit gesenkt werden.

3. Personalplanung wird Chefsache

Künftig sind Business-Pläne ohne spezifische Personalanforderungen nicht mehr vorstellbar. Personalupdates finden aufgrund der tatsächlichen Umsetzung im Arbeitsalltag statt. Interne und externe Talent-Netzwerke werden laufend nach passenden „Matches“ für aktuelle Projekte durchsucht.

4. Talentnetzwerke werden dynamisch

Unternehmen identifizieren laufend passende Nachwuchskräfte, die im Fall des Falles nur mehr kontaktiert werden müssen. Für Personalmanager bedeutet das ständigen Kontakt mit einer hoch vernetzen Nachwuchs-Community. Zusätzliches Plus: Ein waches Auge für Entwicklungen im Unternehmen, die nach zusätzlichen Arbeitskräften rufen.

5. Was nicht passt, wird passend gemacht

Allerdings unter umgekehrten Vorzeichen: Nicht mehr der Mensch muss zum Job passen, sondern umgekehrt. Durch Fachkräftemangel und demografische Herausforderungen müssen für jede verfügbare Kraft Einsatzbereiche und Entwicklungsmöglichkeiten definiert werden. Arbeit wird projektorientiert, die Durchlaufgeschwindigkeit im Unternehmen erhöht sich.

6. Die Generation Z kommt

Geburtsjahrgänge zwischen 1994 und 2000 werden im kommenden Jahr als Praktikanten und Lehrlinge interessant. Unternehmen wie Facebook, LinkedIn und Microsoft suchen bereits jetzt aktiv nach Nachwuchskräften der Generation Z, um den „skill gap“ zu füllen und die besten Talente von morgen an Bord zu holen. In Österreich gehen die Uhren zwar noch etwas langsamer – ein erster Kontakt zu den Arbeitskräften von morgen schadet aber auch hierzulande nicht.

7. Millenials in Führungspositionen

In den USA stammen bereits 13 Prozent aller Manager aus der Generation Y. Studien zufolge ist Luft nach oben ist: In den nächsten zehn Jahren will knapp die Hälfte aller Millenials zur Führungskraft aufsteigen. Damit treten auch die ersten Problemstellungen auf den Plan. Bevorzugung etwa gleichaltriger Mitarbeiter, ungenügende Vorbereitung auf wichtige Positionen und hohe Fluktuation in den Führungsetagen sind nur einige der Herausforderungen, die damit auf Unternehmen zukommen.

8. Führungskräfte ziehen blank

Immer mehr Unternehmen setzen Transparenz als Wert ganz oben auf ihre Prioritätenliste – nicht zuletzt, weil die jüngeren Generationen das offen einfordern. Studien zufolge geben über 50 Prozent aller Mitglieder der Generation Y und Z an, Offenheit und Ehrlichkeit als wichtigste Eigenschaft einer Führungskraft zu schätzen. Ehrlichkeit wird nicht nur beim Gehalt gefordert: Unternehmen, die attraktiv für Nachwuchstalente sein wollen, müssen auch offen für neue Ideen sein und ihre Ziele transparent für alle Mitarbeiter klar machen.

9. Nachfolge will geplant sein

Mit Pensionierungswellen geht in Unternehmen Wissen verloren. Gezieltes und effizientes Nachfolgemanagement ist ein Muss für Firmen, die Know-How behalten und weitergeben wollen. Auf der anderen Seite entlassen Unternehmen Mitarbeiter in den Ruhestand, die gerne noch weiter arbeiten würden. Für diese tut sich im kommenden Jahr ein breites Feld an Verwirklichungsmöglichkeiten auf: Vom externen Berater über den Interims-Projektmanager bis hin zum Nachfolgemanager für neue Mitarbeiter.

10. Traditionelle Karrierepfade verschwinden

Freelancer, Projektarbeiter und „digital natives“ arbeiten nicht mehr ihr Leben lang für einen einzigen Arbeitgeber. Vieles wird auf Projektbasis umgestellt werden müssen, weil sich Top-Talente nicht ein Leben lang verpflichten wollen. Unternehmen können damit Kosten sparen. Personalverantwortliche müssen neben ausreichender Versorgung mit Arbeitskräften auch den idealen Wissenstransfer sicherstellen.



Verwandte Artikel






Barbara Oberrauter
Barbara Oberrauter

Barbara Oberrauter ist langjährige Journalistin in Wien mit Schwerpunkt auf Karriere- und HR-Themen. Ihr Fokus liegt vor allem auf den vielfältigen Möglichkeiten, die moderne, digitale Arbeitswelten mit sich bringen - und wie sich Unternehmen und Mitarbeiter ideal darauf einstellen können.