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#Trends im Recruiting | Barbara Oberrauter

Die 7 besten Trends für Ihre Jobanzeige

Egal, ob sie gerne mit dem Fahrrad ins Büro fahren, ihren Hund mitnehmen wollen oder Wert auf gute Bezahlung und eine steile Karriere legen: Derzeit sehen Stellenanzeigen für jeden Bewerber genau gleich aus, unabhängig von Interessen, Werten und Vorstellungen. Gerade in Mangelberufen und Bereichen, in denen Fachkräfte händeringend gesucht werden, reicht es daher nicht mehr, bloße Jobdescriptions aufzuschreiben, garniert mit einem Hinweis auf „leistungsgerechte Entlohnung“ und eine „sympathische Unternehmenskultur“.

Unternehmen müssen mehr bloßlegen als nur ihre Erwartungen an künftige Mitarbeiter – sonst drohen sie im Meer der Stellenanzeigen unterzugehen. Mit diesen Trends schaffen Unternehmen 2018 den Spagat zwischen qualitativ hochwertiger Jobanzeige und gezielter Bewerberansprache:

1. Die Stellenanzeige wird viral

Die „klassische“ Jobanzeige gibt es heute nicht mehr. 2018 wird auf allen Kanälen inseriert: Neben den klassischen Online-Jobbörsen und Tageszeitungen auch in Social Media, auf Facebook, Youtube und Instagram. Damit erreicht man all diejenigen, die von „klassischen“ Stellenanzeigen nicht mehr angesprochen werden: Millenials, digital Natives und die Geburtenjahrgänge ab der Jahrtausendwende.

Dafür braucht es aber neue Konzepte: Das Jobinserat muss lebendig werden. Es braucht Köpfe, Stories und visual artists, die sich mit den neuen Medien auskennen und Inhalte zielgruppengerecht umsetzen können. Sonst droht der nächste Flop – und irritierte Nachwuchstalente, die dem Unternehmen langfristig den Rücken kehren.

2. Den Job erlebbar machen

Fach- und Nachwuchskräften von heute reicht eine bloße Stellenbeschreibung nicht mehr. Anstelle elendslanger Listen mit Anforderungen müssen Arbeitgeber mit einer Jobanzeige ein Gespür dafür vermitteln, wie es sich anfühlt, im Unternehmen zuarbeiten.

Ob in Wort, Bild oder Ton: Wer mit seiner Stellenanzeige gesuchte Talente überzeugen will, muss sich präsentieren. Und das mit allen Ecken und Kanten, denn nur eines schätzen heutige Fachkräfte noch weniger als dröge Stellenbeschreibungen: Geschönte Firmenbeschreibungen aus dem Hochglanzprospekt.

3. Auf den „cultural fit“ achten

2018 suchen Bewerber nicht nur bloß nach einem Job. Sie suchen nach einem Unternehmen, das zu ihnen passt – und ihre Werte, Einstellungen und Ziele wiederspiegelt. Arbeitgeber müssen daher schon bei der Formulierung ihrer Jobanzeige darauf achten, dass der Bewerber zur eigenen Unternehmenskultur passt – und entsprechende Formulierungen, Sprachbilder und Ausdrücke einsetzen.

Das bedeutet: Weg vom klassischen Unternehmenssprech, hin zu zielgruppenspezifischen Texten, die ein lebendiges Bild der Unternehmenskultur vermitteln – und passgenau die Bewerber ansprechen, die schlussendlich auch den eigenen Unternehmenszielen und -werten entsprechen.

4. Die eigenen Leute zu Wort kommen lassen

Niemand kennt eine Firma besser als die Leute, die in ihr arbeiten. Warum nicht ihre Expertise für die Stellenanzeige nutzen? Schließlich können sie am besten vermitteln, wie es sich anfühlt, für das Unternehmen zu arbeiten, und ihren Enthusiasmus, ihre Begeisterung und ihre Leidenschaft für ihren Arbeitgeber ganz persönlich unter Beweis stellen.

Wichtig: Nichts darf erzwungen oder aufgesetzt wirken – das bestrafen Bewerber ganz schnell. Besser erzählen die Mitarbeiter auch mal über die kleinen Macken ihres Arbeitgebers, als sich in unehrlichen Schwärmereien zu ergehen. Das wirkt authentisch – und sortiert überdies schon im Vorhinein die falschen Bewerber aus.

5. Auf die Zielgruppe eingehen

Der Traumjob bedeutet für jeden Menschen etwas anderes. Während einer am liebsten mit dem Fahrrad ins Büro kommt, legt ein anderer großen Wert auf firmeninterne Weiterbildungen oder möchte seinen Hund mit ins Büro bringen. Bislang wurden alle mit ein- und derselben Stellenanzeige angesprochen – und damit kaum jemand erreicht.

Was in der Werbung schon längst gang und gäbe ist, erreicht nun auch die Welt der Stellenanzeigen: Zielgruppenspezische Jobannoncen, die genau auf die Bedürfnisse der einzelnen Kandidaten ansprechen und für jeden User anders dargestellt werden – je nachdem, wo seine oder ihre Präferenzen liegen. Big Data und Persönlichkeitsanalysen machen’s möglich: Ab sofort wird auch in Stellenanzeigen getargetet.

6. Mobile first

Mehr als die Hälfte aller Bewerber sucht mittlerweile via Smartphone einen neuen Job. Das heißt für Unternehmen: Sie müssen Ihre Jobanzeigen dringend fit for mobile machen. Jobanzeigen müssen sich automatisch an das Endgerät anpassen, ob es sich dabei um Desktop, Smartphone oder Tablet handelt.

Nur wenn jedes Inserat jederzeit und auf allen Geräten optimal dargestellt wird, ist die „Generation Smartphone“ zufrieden – und zieht eine Bewerbung überhaupt in Erwägung.

7. Auf den Faktor Mensch setzen

Respektvoller Umgang mit den Mitarbeitern, eine angenehme Arbeitsatosphäre, nette Kollegen und kompetente Führungskräfte: Das sind die wichtigsten Elemente, die ein Unternehmen zu einem attraktiven Arbeitgeber machen, zeigt die große Employer Branding-Studie von StepStone.

Für Arbeitgeber bedeutet das, Fakten, die in Jobanzeigen oft nur am Rande oder gar nicht erwähnt werden, in den Mittelpunkt zu stellen: Etwa, welcher Führungsstil im Unternehmen gepflegt wird, was für den Teamzusammenhalt getan wird oder wie sich der Umgangston innerhalb der Firma gestaltet. Wir zeigen Ihnen ebenfalls welche Fehler Sie beim Bewerbungsprozess vermeiden sollten und was Kandidaten garantiert abschreckt.

Aufgrund dieser Faktoren entscheiden sich Kandidaten am Ende des Tages für oder gegen eine Bewerbung – und können so auch schon direkt in der Jobanzeige ablesen, ob die Gepflogenheiten im Unternehmen überhaupt zu ihren Vorstellungen passen.

Bildnachweis: ViewApart/Quelle: www.istockphoto.com



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Barbara Oberrauter
Barbara Oberrauter

Barbara Oberrauter ist langjährige Journalistin in Wien mit Schwerpunkt auf Karriere- und HR-Themen. Ihr Fokus liegt vor allem auf den vielfältigen Möglichkeiten, die moderne, digitale Arbeitswelten mit sich bringen - und wie sich Unternehmen und Mitarbeiter ideal darauf einstellen können.