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Der Papa-Monat: rechtliche Grundlagen

Mit 1. März 2017 wurde in Österreich der sogenannte

Papa-Monat – Die gute Nachricht zuerst: der Papa-Monat ermöglicht es Vätern ein Monat lang ihr Neugeborenes gemeinsam mit der Mutter zu betreuen. Eine Erfahrung, die ich als Vater von vier Kindern nicht missen möchte und eine wichtige Unterstützung für jede Mutter, die, egal ob es sich um das erste Kind handelt oder schon Geschwister da sind, nach der Geburt jede Hilfe brauchen kann.

Papa-Monat: kein Rechtsanspruch

Nicht ohne die Zustimmung des Arbeitgebers: Sofern der Arbeitgeber zustimmt, kann der Vater des Kindes einen Papa-Monat in der Dauer von 28 bis 31 Tagen in Anspruch nehmen. Voraussetzung für die Inanspruchnahme ist, dass der Vater mit dem Kind in einem Haushalt lebt. Der Papa-Monat kann ab sofort für Geburten nach dem 28. Februar 2017 in Anspruch genommen werden, ein Rechtsanspruch besteht nicht.

Antragsformular und Bürokratie

Wer sich bereits durch die 10 Seiten Formular „Antrag auf Kinderbetreuungsgeld“ samt Information zu den Leistungen des Kinderbetreuungsgeldgesetzes durchgearbeitet hat und sich damit Bürokratie 4.0 Expertise erarbeitet hat, der wird auch die insgesamt 6 Seiten Antrag auf Familienzeitbonus für Väter samt Eidesstattliche Erklärung und Informationsblatt zum Familienzeitbonus bewältigen können.

Das BM für Familie und Jugend hat auf seiner Website https://www.bmfj.gv.at/familie/finanzielle-unterstuetzungen/familienzeitbonus.html umfassende Informationen dazu zusammengestellt. Für weitere Auskünfte müssen Sie sich allerdings noch gedulden, erst ab Mai 2017 gibt es eine kostenlose Infoline Kinderbetreuungsgeld, 0800-240 014.

Der Lohn für die Mühe, den Antrag beim Krankenversicherungsträger, bei dem Sie am letzten Tag vor Antritt der Familienzeit als Erwerbstätiger versichert waren, einzureichen – ein „Familienzeitbonus“ in Höhe von 22,60 Euro/Tag ? ist eher karg; und falls Sie später Kinderbetreuungsgeld beziehen wollen, wird Ihnen der zuvor bezogene Familienzeitbonus wieder abgezogen. Erfreulicherweise besteht während der Familienzeit eine Kranken- und Pensionsversicherung.

Einmalige Erfahrung

Zusammengefasst: Die emotionale Bedeutung des Vatermonats wird durch umständliche Bürokratie und karge Abgeltung nicht geschmälert. Sie und Ihr Familie werden einmalige Erfahrungen fürs Leben sammeln.

Für Arbeitgeber

Falls Sie diesen Beitrag als Arbeitgeber lesen: Überlegen Sie sich die Voraussetzungen unter denen Sie einem Papa-Monat zustimmen, damit es im Unternehmen nicht zu Ungleichbehandlungen kommen kann. Ein besonderer Kündigungsschutz besteht nicht. Laut Website der WKO konnte „Ein spezieller neuer Kündigungsschutz verhindert werden.“ Wie in anderen Fällten auch besteht ein Motivkündigungsschutz.

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