Decoding Global Talent
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Decoding Global Talent

Jeder zweite Österreicher würde ins Ausland gehen

Arbeitskräfte sind schon längst mobil – das belegt die aktuelle Studie „Decoding Global Talent“, die gemeinsam von StepStone und der Boston Consulting Group durchgeführt wurde. Dennoch hinken die österreichichen Arbeitnehmer dem internationalen Trend hinterher: Während zwei Drittel der mehr als 200.000 befragten Arbeitskräfte aus 189 Ländern angaben, für ein gutes Angebot den Weg ins Ausland zu wagen, zieht das nur rund die Hälfte aller befragten österreichischen Studienteilnehmer in Erwägung.

Österreicher zieht es in die Nachbarschaft

„Ein für uns überraschendes Ergebnis ist, dass auch junge Arbeitnehmer zwischen 21 und 30 Jahren in Österreich eine im globalen Vergleich geringe Absicht haben, für den Job ins Ausland zu gehen“, sagt Rudi Bauer, Geschäftsführer StepStone Österreich. Im internationalen Durchschnitt zeigen sich vor allem junge Menschen aus den USA, England, Kanada und Schweden als besonders mobil, während die österreichischen Befragten eher im unteren Mittelfeld zu liegen kommen. Am ehesten zieht es die Österreicher ins benachbarte Ausland: Deutschland, die Schweiz und Großbritannien stehen bei der Wahl einer neuen beruflichen Heimat an oberster Stelle. Aber auch die USA und Kanada zählen zu den attraktiven Zielen der Österreicher.

Wichtigster Grund für einen Job im Ausland ist die Chance, neue persönliche Erfahrungen zu sammeln – darin sind sich sowohl österreichische als auch internationale Studienteilnehmer einig. Während international verbesserte Karrieremöglichkeiten und höhere Verdienstmöglichkeiten ebenfalls eine große Rolle spielen, ist es für die Befragten in Österreich wichtiger, in einer fremden Kultur zu leben und sich dort einer neuen Herausforderung zu stellen.

Arbeitskräfte aus Öst- und Südosteuropa zieht es nach Österreich

Rudi Bauer

Rudi Bauer zur Studie Decoding Global Talent

Umgekehrt ist die Alpenrepublik als Migrationsziel vor allem bei Arbeitskräften aus Ost- und Südosteuropa beliebt, zeigt die Studie zur globalen Arbeitsmobilität. Die meisten Interessenten kommen aus Bosnien-Herzegowina, Slowenien oder Serbien, aber auch finnische Arbeitnehmer finden Österreich attraktiv. „Eine im EU-Durchschnitt vergleichsweise geringe Arbeitslosigkeit, ein gutes Angebot an freien Stellen und gute Lebensbedingungen, machen Österreich zu einem attraktiven Arbeitsmarkt für internationale Arbeitskräfte“, sagt Rudi Bauer. Nicht umsonst befindet sich auch Wien auf Platz 17 der begehrtesten Städte für einen Arbeitsaufenthalt im Ausland – neben Berlin, London, New York oder Paris.

Wenig überraschend ist die Bereitschaft, im Ausland zu arbeiten, in den wirtschaftlich wenig entwickelten Ländern besonders hoch. So können sich mehr als 90 Prozent aller befragten Personen aus Pakistan, Tunesien und Saudi Arabien vorstellen, für den Job ins Ausland zu ziehen. Auch anderswo ist die Jobmobilität durch fehlende Chancen im Heimatland enorm hoch, erzählt die 23-jährige Mihaella Ciornei aus Rumänien. Viele ihrer Freunde haben bereits internationale Jobangebote wahrgenommen, „sie sind überall in Europa, Amerika und Australien verteilt.“ Auch Mihaella gehört zu den 81 Prozent aller Rumänen, die angeben, eine internationale berufliche Chance jederzeit wahrnehmen zu wollen.

Internationales Recruiting als Chance

Doch auch führende Industrieländer in Europa zeichnen sich durch hohe Jobmobilität aus: Frankreich und die Niederlande gehört zu den Top-5-Staaten, in denen Arbeitskräfte erwägen, auch im Ausland zu arbeiten. In der Schweiz können sich rund 77 Prozent vorstellen, für einen Job auszuwandern – 26 Prozent mehr als in Österreich. Vor allem junge, gut ausgebildete Menschen sehen in einem Auslandsjob eine wertvolle Erfahrung und interessante Herausforderung. Alexis Sebaoun, ein 29-jähriger Ingineur aus Marseille, der bereits in Spanien, Argentinien und England tätig war, würde jederzeit seine Koffer packen: „Wenn das Projekt spannend ist, sitze ich morgen im Flieger.“

Für Rudi Bauer ist internationale Rekrutierung der Trend der Zukunft: „Das ist die große Chance, den Bedarf an Fachkräften trotz des demographischen Wandels nachhaltig zu stillen.“ Je nach Herkunftsland gibt es unterschiedliche Motivationen für die Wahl eines internationalen Arbeitsplatzes: Während es Befragten aus den meisten Industrienationen vor allem um die persönliche und berufliche Weiterentwicklung geht, halten Arbeitssuchende aus Ländern mit geringer Entwicklung vor allem nach besseren Karriereoptionen und höherem Lebensstandard Ausschau. Österreichische Unternehmen sollten ihre Rekrutierungsstrategie daher maßgenau an die Anforderungen der Bewerber aus anderen Ländern anpassen, rät Bauer.

Bildnachweis: www.thinkstock.de



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