Recruiting-Jahr 2014
#Recruiting | Barbara Oberrauter

Das Recruiting-Jahr 2014

Was die HR-Welt in diesem Jahr bewegt hat

„Mit der falschen Mannschaft an Bord ist keine Regatta zu gewinnen, mag das Boot noch so gut sein und der Wind auch aus der besten Richtung blasen.“
Heinz Schuller

Wir bei JOBnews.at versuchen immer, unseren Lesern die neuesten Trends und Entwicklungen zu bieten. Diesen Jahreswechsel möchten wir jedoch zum Anlass nehmen, einen Blick zurück zu wagen: Was waren die Neuheiten, Themen und Aufreger im Recruiting-Jahr 2014?

Generation Y und Generationenmanagement

Anfangs noch unbekanntes Schlagwort, kann sie mittlerweile niemand mehr ignorieren: Behaupten auch manche Experten, es gibt die Generation Y nicht, ist sie doch in der Arbeitswelt angekommen. Sie bringt Chancen für jene mit, die sie zu nützen bereit sind – und fordert Führungskräfte ebenso heraus wie eingefahrene Unternehmensrituale. Besonders heikel wird es, wenn mehrere Generationen unter einem Dach arbeiten: Aktuell drängt gerade die Generation Z in Praktikantenpositionen, während die“Golden Ager“ mit ihrer Pensionierung große Wissenslücken hinterlassen.

Das führt zu einem immer höheren Bedarf nach Generationenmanagement in Unternehmen, um alle Mitarbeiter unter einen Hut zu bekommen. In immer mehr Unternehmen setzt sich auch die Überzeugung durch, dass „best ager“ nicht sang- und klanglos in die Pension verschwinden müssen. Gute Mitarbeiter gibt es in allen Altersklassen: Systematisches Talent-Management ist daher ein Muss. Dass österreichische Unternehmen hier noch Nachholbedarf haben, darf aber nicht über einige herausragende Beispiele in Punkto Nachwuchskräftearbeit hinwegtäuschen.

Gesunde Führung und Einkommensschere

Breit umgesetzt hingegen wird mittlerweile das Thema Gesundheit. Ob gesunde Führung, betriebliches Gesundheitsmanagement oder vermehrtes Achten auf psychische Gesundheit – was Arbeitnehmer mit ihrem Körper machen, ist nicht mehr nur ihr eigenes Bier. A propos: Der Mythos von der alkoholgetränkten Weihnachtsfeier gehört in den meisten Unternehmen schon zum alten Eisen. Vielmehr wird auf gegenseitige Wertschätzung und Kommunikation auf Augenhöhe geachtet – idealerweise nicht nur zur Weihnachtszeit.

Ein Dauerbrenner war auch 2014 das Thema Einkommen. Interessiert hat die Leser vor allem, was Kollegen und Vorgesetzte verdienen und wie sich das eigene Gehalt von jenem des männlichen (oder weiblichen) Sitznachbars unterscheidet. Dabei ist die Vergütung nicht alles: Mit gut geplanten Incentives können sich Unternehmen von Mitbewerbern abheben und den „war for talents“ im Zweifelsfall für sich entscheiden. Der spielt sich Experten zufolge in Zukunft übrigens vermehrt in der weiblichen Hälfte der Bevölkerung ab: Mit geschlechtersensiblen Stellenanzeigen will man die „Fachkraft Frau“ rekrutieren und für mehr Gleichberechtigung am Arbeitsplatz sorgen.

Die Zukunft der Führung: Auch Spaß muss sein

Um die Motivation am Arbeitsplatz zu steigern, greifen manche Unternehmen mittlerweile auf Techniken aus der Sportpsychologie zurück. Doch Vorsicht: Zu glückliche Mitarbeiter sind auch nicht gut, sagen Experten. Wenn glückliche Löwen zu wenig Jagdinstinkt zeigen, ist es Zeit für den einen oder anderen psychischen Anreiz: Mit autonomen und eigenständigen Mitarbeitern erreichen Unternehmen mehr als mit reinen Befehlsempfängern. Damit diese nicht nur eine schöne Geschichte bleiben, gilt es, neue Techniken in der Führung auszuprobieren.

Vertrauen als Treibstoff, Führungskräfte als Change Manager und das Ende des Manager des Jahres: Die Zukunft der Arbeit bringt auch für Führungskräfte enorme Herausforderungen. Das betrifft vor allem die „soft skills“ der Mitarbeiter: Um Innovation und Kreativität zu ermöglichen, braucht es neben eigenen Räumlichkeiten auch ein Management der zahlreichen guten Einfälle, die durch das Unternehmen schwirren. Wer Kreativität im Unternehmen fördert, ist nicht nur bereit für Guerilla Recruiting – sondern auch bestens gerüstet für die Herausforderungen der Zukunft.

Bevor es aber allzu ernst zugeht, muss auch ein bisschen Spaß am Arbeitsplatz sein. Mit Gamification werden Elemente aus Games wie High Scores, Fortschrittsbalken und Erfahrungspunkte auch verstärkt in spielfremden Situationen eingesetzt und bringen vor allem die Generation Y dazu, Höchstleistungen zu erbringen. Andere Mitarbeiter profitieren vom Feelgood-Manager: Er kümmert sich neben dem reibungslosen Ablauf von Mitarbeiterveranstaltungen vor allem um das seelische Wohl seiner Schäflein.

In diesem Sinne wünschen wir von JOBnews all unseren Leserinnen und Lesern einen guten Rutsch ins neue Jahr, weiterhin viel Spaß bei der Arbeit und viel Freude an unseren Themen im Jahr 2015!



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Barbara Oberrauter
Barbara Oberrauter

Barbara Oberrauter ist langjährige Journalistin in Wien mit Schwerpunkt auf Karriere- und HR-Themen. Ihr Fokus liegt vor allem auf den vielfältigen Möglichkeiten, die moderne, digitale Arbeitswelten mit sich bringen - und wie sich Unternehmen und Mitarbeiter ideal darauf einstellen können.