Das multimodale Interview
#Recruiting | Daniela Schlick

Das multimodale Interview

Beliebteste Fragetechnik bei Personalberatern

Vergleicht man die einzelnen  Interviewgepflogenheiten in Unternehmen und Personalberatung wird schnell klar: das Einzelinterview kommt am häufigsten zum Einsatz und ist die gängigste Methode. Unterschiede zeigen sich im Format und in der Struktur der Verfahren – wir zeigen die gängigsten Varianten auf und stellen das multimodale Interview – die beliebteste Fragetechnik von Personalberatern – näher vor.

Strukturierungsgrad und Validität

Von einem strukturierten Interview spricht man dann, wenn jeder Kandidat nach einem vorher festgelegter Fragenkatalog in der gleichen Reihenfolge systematisch befragt wird.  Analysen belegen übereinstimmend, dass strukturierte Interviews eine hohe Validität aufweisen.  Viele Recruiter sind  dennoch dazu übergegangen bei Bedarf flexible Elemente in die fixe Interviewstruktur einzubauen. Hier spricht man von halbstrukturierten Interviews. Die vorgesehenen Fragen stellen sicher, dass beim Interview nichts Wichtiges vergessen wird. Der Personaler kann aber spontan auf Situationen reagieren und gewinnt auf diese Weise zusätzliche Einsichten über den Kandidaten für die abschließende Entscheidung.

Situative Befragung und multimodales Interview

Weitere Interviewelemente und Formen die vor allem in der Personalberatung sehr häufig Anwendung finden sind die situative Befragung und das multimodale Interview. In einer situativen Befragung wird der Kandidat gebeten, sich mit einer konkreten Situation auseinander zu setzen und zu beschreiben, wie er sich in diesem Fall verhalten würde. Diese Interviewform basiert auf die Critical-Incident-Technik nach Flanagan. Hier versucht man bestimmte Verhaltensweisen beziehungsweise kritische Ereignisse als besonders erfolgreich oder nicht erfolgreich im Hinblick auf ein bestimmtes Ziel zu klassifizieren.

Das multimodale Interview ist des Personalberaters Liebling

Das multimodale Interview (nach Schuler) stellt eine Mischung aus verschiedenen Interviewformaten  dar. Es besitzt eine hohe Validität und ist speziell in der Personalberatung die beliebteste Fragetechnik. Wie bei einem Assessment Center  wird im multimodalen Interview  zum Beispiel die Selbstpräsentation beurteilt. Biographische Fragen, situative Fragestellungen, Fragen zu Motiven, Einstellungen und Werten finden in diesem Verfahren Berücksichtigung. In Summe ist dies die intensivste und aufwendigste Auseinandersetzung mit dem Bewerber und seinem Background. Das bedeutet natürlich einen höheren Aufwand in der Vorbereitung, Durchführung und Analyse, führt jedoch zu einem größeren Output: bessere Beurteilungsmöglichkeiten und mehr Fairness gegenüber den Kandidaten.

Bildnachweis: www.thinkstock.de



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Daniela Schlick

Daniela Schlick ist seit zwanzig Jahren mit Begeisterung in beratender Funktion tätig. Sie arbeitete als Personalberaterin in renommierten Personalberatungsunternehmen und als Recruiterin & Karriereredakteurin ehe sie 2008 ihr eigenes Beratungsunternehmen mit dem Schwerpunkt werteorientierter Personaldiagnostik gründete. Seit 2011 ist sie zudem Vortragende zu verschiedenen HR-Themen: www.danielaschlick.at