corporate happiness
#Buchtipp | Andrea Heider

Corporate Happiness

Glück als Führungssystem

Corporate Happiness als Führungssystem – streben wir nicht alle nach Glück und Erfolg, privat und beruflich? Wissenschaftler haben jedoch herausgefunden, dass Erfolg nicht glücklich macht. Glück macht jedoch erfolgreich. Demnach sollten wir alle in erster Linie nicht nach Erfolg, sondern nach Glück streben. Ist man erst einmal glücklich, stellt sich der ersehnte Erfolg von selbst ein, soweit die Theorie. Der Wirtschaftsprofessor und Geschäftsführer Oliver Haas ist zumindest davon überzeugt und gibt in seinem Buch „CORPORATE HAPPINESS als Führungssystem“ Anleitung zum Unternehmensglück.

Glück bedeutet für jeden Einzelnen etwas anderes. Glückliche Mitarbeiter sind jedoch, Haas zur Folge, erfolgreiche Mitarbeiter und bringen dem Unternehmen mehr, soweit so gut. Daher ist er überzeugt, dass CORPORATE HAPPINESS jeden einzelnen und damit das Unternehmen an sich glücklich und erfolgreich macht. Doch inwiefern kann ein Unternehmen für das individuelle Glück seiner Mitarbeiter verantwortlich sein? Lassen sich betriebswirtschaftliche Unternehmensziele so leicht durch den Glücksansatz, der das individuelle Glück als wichtigen Teil der Unternehmenskultur sieht, ersetzen? Der Autor ist überzeugt, dass es geht.

Ursachen der Unzufriedenheit bekämpfen

Untersuchungen zur Mitarbeiterzufriedenheit liefern meist frustrierende Ergebnisse: Vorgesetzte zeigen wenig bis kein Interesse an den Mitarbeitern, es fehlt an Lob und Anerkennung, Arbeitnehmer wissen oft nicht, was eigentlich von ihnen erwartet wird, oder sie füllen eine Position aus, die ihnen nicht liegt und fühlen sich unbedeutend – soweit Forschungsergebnisse.

Haas ist nun überzeugt, dass das gesunkene Glücksniveau bei vielen Mitarbeitern tiefer sitzt und nicht durch oberflächliche Weiterbildungsmaßnahmen beseitigt werden kann. Unternehmen bekämpfen mit diversen Maßnahmen auch nur Symptome, nicht jedoch Ursachen. Als Lösung für dieses Dilemma empfiehlt er den sogenannten „my happiness“ Ansatz.

CORPORATE HAPPINESS

Grundsätzlich darf der „my Happiness“ Ansatz als Basis für das Gelingen von „CORPORATE HAPPINESS“ im Unternehmen betrachtet werden. Dabei ist nicht nur das Glück des Unternehmens, sondern auch das Glück aller beteiligten Menschen im Geschäftsleben gemeint: vom Mitarbeiter, zum Chef, vom Lieferanten zum Kunden. Der „my Happiness“ Ansatz richtet sich hingegen an jeden Einzelnen.
Haas ist davon überzeugt, dass jeder Mensch seines eigenen Glückes Schmied ist. Dem Glück auf die Sprünge helfen, dem Autor zur Folge, in erster Linie eine positive Lebenseistellung, Vertrauen in sich selbst, Dankbarkeit und Großzügigkeit. Außerdem ist Haas der Meinung, dass Menschen ohne Ziele zu Unglück neigen. Fokussierung auf unsere inneren Ziele und Werte, also das was uns Spaß macht und worin wir gut sind, hilft uns dabei, uns positiv zu verändern. Der Zustand, in dem Arbeit nicht lästig und anstrengend erscheint, sondern Erfüllung und Selbstausdruck bring, ist jeden Falles erstrebenswert. Eine happinessorientierte Unternehmenskultur soll dies ermöglichen.

Happinessorientierte Unternehmenskultur

Doch wie lässt sich das individuelle Glück auf das Glück des Unternehmens übertragen? Grundsätzlich hat der Ansatz folgenden 5 Ebenen: „My Happiness“ – betrifft das persönliche Glück der Mitarbeiter, das Unternehmen sollte sich dafür interessieren, was den Mitarbeiter glücklich macht. Verantwortlich dafür ist aber in erster Linie der betroffene Mitarbeiter selbst. „Job Happiness“ bezieht sich auf das Glück am Arbeitsplatz, verantwortlich dafür sind die Mitarbeiter. „Workplace“ betrifft das Glück im Team. Der Vorgesetzte hat hier die Aufgabe, das Team gut zu führen. Die vorletzte Ebene ist die der „Organisation“ – die Umsetzung liegt in Hand der Führungskräfte und last but not least, auch das Glück der „Stakeholder“ ist laut Ansatz zuerst einmal Chefsache.

Auf diesen Ebenen gilt es nun den Glücksansatz zu implementieren. Dabei ist es zu aller erst wichtig, die Geschäftsführung, sowie die Managementebene zu überzeugen. Daher empfiehlt sich eine Integration des Ansatzes im Leitbild, dafür muss das Unternehmen eine Mission definieren. Was sind unsere Visionen, unsere Werte, unsere Ziele? Als zweiten Schritt muss der neue Spirit unter die Leute gebracht werden. Haas ist überzeugt, dass Freiwilligkeit besser wirkt, als Top-Down. Daher sollten jene Mitarbeiter, die sich besonders dafür interessieren, auch maximal gefördert werden – sie sind die „Leuchttürme“ des Unternehmens. Dabei ist die Hierarchiestufe unwesentlich, das Interesse zählt. Haas liefert für die Umsetzung des CORPORATE HAPPINESS Ansatzes zahlreiche Tipps und Praxisbeispiele. Vorweg hält er jedoch fest, dass Veränderungsprozesse nicht von heute auf morgen gehen. Viel Erfolg für’s Unternehmensglück!

CORPORATE HAPPINESS als Führungssystem
Glückliche Menschen leisten gerne mehr
Oliver Haas
Erich Schmidt Verlage, ISBN 978 3 503 157709



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Andrea Heider
Andrea Heider

Beschäftigt sich mit der Frage, wie die Arbeitswelt ein menschgerechter Ort werden kann und, wie jeder Mitarbeiter seine Fähigkeiten bestmöglich einbringen und weiterentwickeln kann; bloggt über Karriere- und HR-Trends. Besonderes Interesse für Themen rund um Achtsamkeit, Glücksforschung und Motivation.