Corporate Blogs
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Lassen Sie Ihr Unternehmen bloggen!

ÖBB tut es, Starbucks auch, und sogar der Kaffeeröster Tchibo ist auf den Zug aufgesprungen: Corporate Blogs sollen einerseits neue Kunden gewinnen, andererseits aber auch als Visitenkarte des Unternehmens im Netz eine Außenwirkung erziele, die mit dem klassischen Facebook-Auftritt oder einer Werbeeinschaltung nicht möglich ist.

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Corporate Blogs sorgen für authentische Kommunikation

Wie man den perfekten Corporate Blog entwirft und betreibt, können Interessierte in einem neuen Buch nachlesen: „Corporate Blogs – Praxistipps für Strategie, Inhalt und Ziele“ von Meike Leopold erläutert von A wie „Autoren finden und betreuen“ über K wie „Kommentarmanagement“ bis hin zu Z wie „Ziele setzen, Erfolge messen“ alles aus der weiten Welt der Blogosphäre. Denn diese, ist Meike Leopold überzeugt, ist der Kommunikationsweg der Zukunft: „Gerade für mittelständische und kleinere Unternehmen bietet die Online-PR und speziell ein Corporate Blog die Chance, mit professionell aufbereiteten, unterhaltsamen und relevanten Inhalten Themen zu setzen und Aufmerksamkeit zu erlangen – auch ohne Zutun der Medien, die ihre Gunst heute noch wählerischer verteilen als früher.“

Behandelt werden dabei vorwiegend Blogs, die von den eigenen Mitarbeitern des jeweiligen Unternehmens geschrieben werden: „Diese Blogs lösen nach meiner eigenen Erfahrung mit Abstand am besten den Anspruch an Authentizität ein, der heute von Unternehmen in der dialogischen Kommunikation gefordert ist.“ Zunächst gilt es zu überlegen, welche Art von Blog man überhaupt betreiben möchte: Soll es ein Wissensblog sein, der ein internes Wiki ersetzt? Oder ein Service-Blog mit aktivem Kundenservice? Ebenfalls im Angebot: Themen-Blogs, die Kompetenz zu bestimmten Themen beweisen und stark auf die Nutzbarkeit der präsentierten Informationen legen. Oder soll es doch ein zeitlich begrenzter Kampagnen-Blog werden, der die Einführung eines neuen Produkts begleitet?

Hat man sich einmal entschieden, gilt es, einen Kosten- und Ressourcenplan aufzustellen. Wenn sich auch die einmaligen Kosten für das Aufstellen des Blogs in Grenzen halten, muss der Blog doch regelmäßig befüllt werden, was sich wiederum auf die Personalkosten schlagen kann. Wichtig ist auch das OK von oben, sagt Leopold: „Die Geschäftsleitung grundsätzlich vom Aufbau eines Corporate Blogs zu überzeugen und grünes Licht für den Kostenplan zu bekommen, ist ein wichtiger Baustein im Fundament für den Blog. Gleichzeitig stehen beim Bloggen Vertrauen und Ermutigung zur Kommunikation im Vordergrund, insbesondere dann, wenn Sie einen Blog starten, der von Mitarbeitern geschrieben wird.“

Was ein ordentlicher Blog sein will, braucht einen führenden Kopf an der Spitze. Der oder die Blogverantwortliche sollte fundiertes PR-Know-How mitbringen und über Erfahrung in der Unternehmenskommunikation verfügen, rät Leopold. Damit ein gutes Kommunikationskonzept auch längerfristig gelingt, veranschlagt die Autorin mindestens zwei volle Arbeitstage in der Woche. Nicht viel, wenn man bedenkt, welchen Ansprüchen so ein Blog genügen soll: „Beim Bloggen geht es darum, ein lebendiges, dynamisches Forum mit spannenden und relevanten Inhalten zu füllen. Das wiederum erfordert die thematische, inhaltliche und redaktionelle Betreuung der Autoren – seien es Mitarbeiter, Gastautoren oder Dienstleister.“
Wer sich nun die Frage stellt, wer von seinen Mitarbeitern sich für das Schreiben für den Corporate Blog eignet, den beruhigt Meike Leopold: Es sei noch kein Profi-Blogger vom Himmel gefallen. Im Buch lässt sie Experten aus den Unternehmen zu Wort kommen, die bereits einen erfolgreichen Blog betreiben: „In jedem Unternehmen schlummern unzählige unerzählte, aber ausgesprochen spannende Geschichten. Die hervorzuholen und für die Nutzer interessant aufzubereiten, ist aus meiner Sicht eine der wichtigsten Fähigkeiten“, erzählt etwa Britta Meer vom Audi Blog.

Christian Buggisch von der DATEV ergänzt: „Ein Corporate Blogger muss sicherlich eine gewisse Affinität für das Schreiben sowie Spaß am Agieren im Netz haben. Allerdings muss man kein Germanist oder Journalist sein, um in Corporate Blogs als Autor agieren zu können.“ Notfalls, so Meike Leopold, helfe bei Unsicherheiten beim Schreiben immer noch der gute alte „Hausfrauentest“ mit dem Kollegen im Büro nebenan: „Fühlt er sich von Ihrem Text angesprochen, hätte er Lust, darauf zu reagieren? Fragen kostet nichts!“

Der Corporate Blog ist natürlich immer auch ein Aushängeschild des Unternehmens, aus dem er kommt. Essentiell sei es daher, sich zu Beginn zu fragen, welche Dialoggruppen man mit dem Blog erreichen wolle, rät Leopold. Im Netz unterwegs sind sie jedenfalls alle: „Vom Digital Native bis zum Silver Surfer, vom Konsumenten, der günstige Winterschuhe kaufen möchte, bis zum Top-Einkäufer, der neue Lieferanten sucht.“

Mit diesen Gruppen in einen Dialog treten zu können, sei der größte Vorteil, den Blogs liefern könnten – wobei nicht immer alles eitel Wonne ist, räumt die Autorin ein. „Wenn in der Kommunikation etwas schief läuft, kann sich Ihr Blog zeitweise in eine Plattform verwandeln, auf der Menschen ihrem Unmut Luft machen.“ In einem solchen „Shitstorm“ Chancen und Möglichkeiten zu erkennen, ist jedoch das, was den erfolgreichen Blogger vom klassischen PR-Arbeiter unterscheidet: „Wenn Sie glaubwürdig auf die Kritik Ihrer Fans und Leser eingehen, die häufig eben auch Kunden sind, können Sie aus der Kommunikationskrise gestärkt hervorgehen.“

Sind alle Voraussetzungen für den neuen Corporate Blog geklärt, gibt es noch zwei Dinge zu bedenken. Einerseits sind das die Spielregeln, die für Veröffentlichungen auf dem Blog gelten sollen. Klassische Grundsätze sind etwa, dass Beiträge einen Mehrwert bieten sollten, jeder die Verantwortung dafür trägt, was er veröffentlicht, und dass bestehende Gesetze wie das Urheberrecht beachtet werden. Sind alle Guidelines klar, gilt es noch, dem neuen Blog einen Namen zu geben. „Verwenden Sie auf die Namensgebung genügend Zeit und Sorgfalt“, rät Meike Leopold. „Brechen Sie die Entscheidung nicht übers Knie, und lassen sie möglichst in Ihrem Unternehmen darüber abstimmen.“ Schließlich hänge der Name eng damit zusammen, welche Ziele mit dem Blog erreicht werden sollen und wie sich das Unternehmen gerne selbst darstellen würde. In diesem Sinne: Frohes Bloggen!

 

INFO
Meike Leopold: Corporate Blogs
O’Reilly 2013, 326 Seiten, 29.90 Euro
ISBN-13: 978-3955614843
Bildnachweis: www.thinkstock.de



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