#Work & Life | Andrea Heider

Burnout durch Überlastung

Burnout: in Österreich sieht sich jeder Dritte leicht Burnout gefährdet

Burnout durch Überlastung – Den Daten des aktuellen Arbeitsklima Index der AK OÖ zur Folge fühlt sich jeder Dritte Arbeitnehmer in Österreich leicht Burnout gefährdet. Ebenfalls knapp jeder Dritte kennt Fälle von Burnout im eigenen Betrieb. Für knapp ein Drittel der Beschäftigten sind die Belastungen in der Arbeit zu hoch. Besonders davon betroffen sind Menschen mit maximal Pflichtschulabschluss. Personen mit Diagnose Burnout sind im wahrsten Sinne des Wortes ausgebrannt. Ein Burnout kann sogar zur völligen Arbeitsunfähigkeit führen. Jeder kennt es, betroffen davon sind jedoch scheinbar nicht so viele Arbeitnehmer.

Bisher waren nur sechs Prozent der Befragten wegen eines Burnouts im Krankenstand. Auch hier sind Personen mit Pflichtschulabschluss doppelt so oft betroffen. Zwischen den Geschlechtern ist das Verhältnis relativ ausgewogen. Was können Arbeitgeber tun, um Burnouts vorzubeugen? „Um Burnouts zu verhindern, reicht es nicht, die psychischen Belastungen am Arbeitsplatz zu erheben. Die Arbeitgeber müssen die Ergebnisse der Evaluierung ernst nehmen und wirksame Maßnahmen gegen krankmachende Arbeitsbedingungen umsetzen“, erläutert AK-Oberösterreich-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Psychischer Stress lässt nach

Körperliche und psychische Belastungen werden von immer weniger Beschäftigten empfunden. Stress bleibt allerdings in der Arbeitswelt ein weitverbreitetes Phänomen. Knapp ein Viertel der Arbeitnehmer fühlt sich durch Zeitdruck belastet, etwa ein Sechstel durch ständigen Arbeitsdruck. Im Laufe der letzten 20 Jahren kam es jedoch, den Daten zur Folge, zu einer Reduzierung der individuellen Wahrnehmung von Stress. Genauer gesagt empfanden 1997 noch 17 Prozent keinen Zeitdruck bei der Arbeit, 2017 hingegen sind es schon 37 Prozent, die ihrer Arbeit offensichtlich stressfrei nachgehen können.

Die Untersuchung legt jedoch auch nahe, dass sich die Belastungsgrenzen verschoben haben. Stress gehört demnach für viele Arbeitnehmer bereits zum normalen Arbeitsalltag. Am meisten Stress lösen Arbeitsaufgabe an sich, Arbeitsbedingungen, Zeitdruck und Arbeitsdruck aus. Männer fühlen sich häufiger belastet. Den meisten Stress empfinden Hilfsarbeiter, insbesondere Textilarbeiterinnen, Pflegekräfte und Bauarbeiter.

Zufriedenheit trotz Wunsch Beruf und Privates besser unter Hut zu bekommen

Im Vergleich zum Vorjahr ist ein Anstieg der Arbeitszufriedenheit bemerkbar. Im Detail fällt auf, dass vor allem die positive Einschätzung der wirtschaftlichen Zukunft des Landes und des Betriebes, sowie Optimismus hinsichtlich Karriere- und Aufstiegschancen, als auch Zufriedenheit mit Vorgesetzten angestiegen sind. Insgesamt hat sich die Arbeitszufriedenheit erhöht, die Indexpunkte liegen bei 108, das ist mehr als im letzten Jahr.

Trotz steigender Zufriedenheit fällt es vielen Arbeitnehmern schwer, Beruf und Privates unter einen Hut zu bekommen. Die Arbeitnehmer haben gleichermaßen den Wunsch, qualitative Arbeit zu leisten und für ihre Familie da zu sein. Das Thema Burnout ist für vier von zehn Beschäftigten längst zum Thema geworden. Besprochen wird es jedoch viel eher mit den Kollegen, weniger mit den Führungskräften. Dies legen folgende Zahlen nahe: In 38 Prozent der Betrieben wird Burnout von Mitarbeitern thematisiert, jedoch ist es nur in 19 Prozent der Firmen Chefsache. Das ist schade. Speziell in den Chefetagen sollte es mehr Bewusstsein für Themen wie etwa Burnout, Ausbrennen, Belastungen am Arbeitsplatz, etc. geben, um auch aktiv dagegen vorzugehen. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt.
Bildquelle: www.istockphoto.com



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Andrea Heider
Andrea Heider

Beschäftigt sich mit der Frage, wie die Arbeitswelt ein menschgerechter Ort werden kann und, wie jeder Mitarbeiter seine Fähigkeiten bestmöglich einbringen und weiterentwickeln kann; bloggt über Karriere- und HR-Trends. Besonderes Interesse für Themen rund um Achtsamkeit, Glücksforschung und Motivation.






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