attraktive arbeitgeber
#Employer Branding & Personalmarketing | Barbara Oberrauter

Attraktive Arbeitgeber

Unternehmen müssen (noch) attraktiver werden

Am eigenen Image arbeiten – das fällt vielen Unternehmen in Österreich noch schwer. Während viele Firmen momentan noch von zufriedenen Mitarbeitern profitieren, kann sich das ganz schnell ändern – wenn nicht konsequent an der eigenen Employer Brand gefeilt wird, fehlt der Nachwuchs, und auch die bestehende Belegschaft wird immer unzufriedener. Eine neue Studie zeigt, an welchen Stellschrauben Unternehmen jetzt schon drehen können, um langfristig als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben.

Österreichs Arbeitnehmer sind zufrieden

Die gute Nachricht zuerst: Österreichs Arbeitnehmer sind zufrieden – zumindest, was ihren eigenen Arbeitgeber betrifft. Wie die aktuelle Employer Branding Studie von StepStone Österreich zeigt, sind gut zwei Drittel aller Befragten überzeugt, bei einem sehr oder eher attraktiven Arbeitgeber zu arbeiten. Im Bundesländervergleich schneidet Westösterreich am besten ab:

  • In Tirol und Vorarlberg gibt mehr als jeder Dritte an, bei einem attraktiven Arbeitgeber tätig zu sein.
  • In der Steiermark und Kärnten ist gut ein Drittel von seinem Arbeitgeber angetan, gefolgt von Oberösterreich und Salzburg sowie Niederösterreich und dem Burgenland.
  • Am schlechtesten schneiden die Firmen in Wien ab: Hier glaubt nur gut ein Viertel, bei einem attraktiven Arbeitgeber tätig zu sein.

Arbeit in Großkonzernen macht unzufrieden

Der Grund für diese deutliche Abstufung könnte an regionalen Arbeitgeberstrukturenliegen: Während in Wien größere Konzerne und Großunternehmen tätig sind, werken Arbeitnehmer in den Bundesländern vorwiegend in Klein- und Mittelunternehmen. Diese punkten vor allem mit zwei Kriterien, zeigt die Studie:  Zum einen einer familiären Arbeitsatmosphäre, die mehr als drei Viertel  aller Studienteilnehmer sympathisch finden. Und zum zweiten leiden Klein- und Mittelbetriebe seltener unter einer hohen Fluktuation, die in Ballungsgebieten und großen Unternehmen üblicher ist. Mitarbeiter schätzen diese Verlässlichkeit: Für mehr als 90% aller Befragten ist ein sicherer Arbeitsplatz das wichtigste Kriterium für die Attraktivität eines Arbeitgebers.

Unternehmen können Image als Arbeitgeber noch massiv verbessern

 Beim Arbeitgeberimage ist für die meisten Befragten trotzdem noch Luft nach oben: Fast die Hälfte aller Befragten ist der Meinung, dass Arbeitgeber vor allem für die bestehende Belegschaft noch attraktiver werden könnten. Diese Investitionen zahlen sich aus, zeigt die Studie: Nicht nur steigt die Motivation der Mitarbeiter, sie bleiben auch länger im Unternehmen und sind insgesamt produktiver. Zudem empfehlen zufriedene Mitarbeiter ihre Firma gerne weiter.

Flexible Arbeitszeiten steigern die Attraktivität

Um die bestehende Belegschaft zu motivieren und im Unternehmen zu halten, gibt es einige Möglichkeiten:

  1. Flexible Arbeitszeiten: Mehr als die Hälfte aller Befragten ist davon überzeugt, dass flexible Arbeitszeitmodelle die Attraktivität von Arbeitgebern nachhaltig steigern. Vor allem Frauen ist das Thema wichtig.
  2. Zusätzliche Benefits zum Gehalt: Knapp die Hälfte aller Studienteilnehmerinnen sieht die Arbeitgebermarke durch Incentives wie vergünstige Mittagessen, Beiträge zur Jahreskarte oder einen Firmenlaptop gestärkt.
  3. Leistungsbezogene Entlohnung: Für fast die Hälfte aller Befragten können Unternehmen mit Bonussystemen oder Prämien ihr Ansehen bei der bestehenden Belegschaft steigern.
  4. Mitarbeiter in Abläufe und Prozesse einbinden: Gut jeder dritte Befragte rät Unternehmen, laufend Feedback von ihren Mitarbeitern einzuholen, um seine Arbeitgebermarke zu stärken.
  5. Teamspirit stärken: Knapp 40% wünschen sich von ihrem Arbeitgeber, das Wir-Gefühl in der Firma zu beleben – vor allem Frauen ist der Zusammenhalt im Unternehmen wichtig.

Authentischer Firmenauftritt spricht Bewerber an

Nicht nur für die bestehende Belegschaft, auch beim Recruitingprozess können Unternehmen ihre Attraktivität als Arbeitgeber noch steigern. Dabei tragen vor allem ein authentischer Firmenauftritt und ehrliche Einblicke ins Unternehmen  zum positiven Image bei Kandidaten und Bewerbern bei: Jeder dritte Befragte glaubt, dass Firmen mit einem unverfälschten Auftritt nach außen anziehend auf neue Mitarbeiter wirken. Auch die gezielte Vermittlung von Werten und Zielen eines Unternehmens sowie der Firmenphilosophie wirkt sich positiv auf das Arbeitgeberimage aus, zeigt die Studie: Mehr als ein Drittel aller Befragten glauben, dass Unternehmen davon profitieren, wenn sie ihre Werte klar definieren und ansprechen. Wir zeigen Ihnen ebenfalls, was Kandidaten garantiert abschreckt.

Facebook und klassische Unternehmenswerbung out

Weit weniger Relevanz wird hingegen dem Unternehmensauftritt auf Social Media zugesprochen: Nicht einmal jeder Zehnte ist der Meinung, dass die Präsenz auf Facebook das Firmenimage aufpoliert. Ebenfalls im Out: Die klassische Unternehmenswerbung.

Fazit: Um ihre Arbeitgebermarke zu stärken, müssen Unternehmen daher weg vom geschönten Firmenauftritt und hin zu ehrlichen und authentischen Einblicken ins Unternehmen. Nur diese vermitteln ein Gefühl für die Kultur des Arbeitens und Miteinanders im Unternehmen ? und machen aus interessierten Kandidaten auch engagierte Bewerber und künftige Mitarbeiter.

Bildnachweis: Jirsak/Quelle: www.istockphoto.com



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Barbara Oberrauter
Barbara Oberrauter

Barbara Oberrauter ist langjährige Journalistin in Wien mit Schwerpunkt auf Karriere- und HR-Themen. Ihr Fokus liegt vor allem auf den vielfältigen Möglichkeiten, die moderne, digitale Arbeitswelten mit sich bringen - und wie sich Unternehmen und Mitarbeiter ideal darauf einstellen können.