#Recruiting | Andrea Heider

Alles halb so wild: Google Hire kommt

Werden Recruiter bald überflüssig?

Recruiting Revolution mit Google Hire – Jobbörsen, wie etwa www.stepstone.at arbeiten mit komplexen Suchalgorithmen und Traffic-Strategien, um Jobausschreibungen bestmöglich unter das Bewerber-Volk zu bringen. Das wesentliche läuft dabei selbstverständlich über Google. So manch ein SEO-Experte stellt sich dabei die Frage: Was wäre eigentlich wenn Google ins Recruiting-Geschäft einsteigen möchte? Es ist so weit. Jetzt steigt Google ins Recruiting-Geschäft ein.

Streng geheim

Alles streng geheim. Google hält sich bedeckt und gibt seine Pläne nicht Preis. Niemand weiß so recht, was als nächstes passiert. Was wissen wir jedoch mit Sicherheit? Die Mutter aller Suchmaschinen hat ein eigenes Applicant Tracking System, kurz ATS, herausgegeben. Genauer gesagt handelt es sich dabei um eine Cloud basierte Bewerbermanagement-Software. Aktuell ist dieses Tool noch in einer Testphase. Welche konkreten Funktionalitäten sich allerdings hinter Hire verstecken, ist noch nicht offiziell bekannt.

Die Website kann bereits unter hire.withgoogle.com erreicht werden. Jedoch ist es bis dato nicht möglich ins Innere der Website vorzudringen. Es wird angenommen, dass dies nur mit Einladung geht. Soweit so gut. Da ist etwas im Entstehen, das die Welt des Recruitings revolutionieren könnte. Ob es das auch wird, ist noch unklar. Wir werden sehen. Gut, es ändert sich nichts am Kerngeschäft der Recruiter: Sie müssen die besten Talente finden und ans Unternehmen binden. Dennoch die Digitalisierung und neueste Technologien verändern das Feld des Recruiters nachhaltig. Pessimisten befürchten sogar, dass der Recuiter bald überflüssig wird. Ist dem so? Nun ja, alles halb so wild, Xing und LinkedIn haben auch mehr versprochen, als sie halten konnten.

Datenschutz und gläserne Bewerber

Gibt es ein Unternehmen, das über eine vergleichbar große Datenmenge verfügt, wie Google? Nein, das gibt es vermutlich nicht. Google ist die Mutter aller Suchmaschinen. Kaum ein anderes Unternehmen besitzt so viele Daten und Schnittstellen. Jeder User hinterlässt einen digitalen Fußabdruck. Algorithmen können anhand seines Sucherverhaltens Rückschlüsse auf Interessen, Persönlichkeit und Lebenswandel schließen. Werbekampagnen können somit treffsicher und individualisiert an die Zielgruppe herangetragen werden.

Einzig: Wie sieht es eigentlich mit dem Datenschutz aus? Eine gute Frage. Datenschützer schlagen Alarm. Wie wir wissen, hat Google auch die Macht ins Privatleben von Bewerbern zu schauen. Für Bewerber wird es daher immer wichtiger, sich zu überlegen welche Informationen sie auf Sozialen Medien preisgeben möchten. Ganz klar: Google kann mit seinen Datenquellen Jobausschreibungen ganz gezielt ausspielen. Doch darf Google gesammelte Daten von Bewerbern auch an Unternehmen weiter geben? Im Grunde nein, diese Frage bleibt jedoch weiterhin spannend. Denn: Google darf nicht, aber Google könnte. Wir werden also sehen, wie sich der neueste Trend am Recruiting Markt entwickelt.

Bildnachweis: www.istockphoto.com



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Andrea Heider
Andrea Heider

Beschäftigt sich mit der Frage, wie die Arbeitswelt ein menschgerechter Ort werden kann und, wie jeder Mitarbeiter seine Fähigkeiten bestmöglich einbringen und weiterentwickeln kann; bloggt über Karriere- und HR-Trends. Besonderes Interesse für Themen rund um Achtsamkeit, Glücksforschung und Motivation.






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