Aus mit All-In Verträgen
#HR & Recht | Franz Brandstetter

All-In Verträge

Mehr Transparenz bitte

All-In Verträge: Bereits rund 20 Prozent aller Arbeitsverträge sind All-In Verträge, mit denen von Normalarbeit bis zu Mehr- und Überstunden alles abgegolten wird, erläuterte Sozialminister Rudolf Hundstorfer in einer Aussendung vom vergangenen November. Nur ein Siebentel der Verträge entfalle auf Manager, auch viele Niedrigverdiener seien betroffen. Es war also höchste Zeit für den Gesetzgeber mehr Transparenz in diese Verträge zu bringen.

Im sogenannten Arbeitsvertragsrechts-Anpassungsgesetz (AVRAG), das ist das Bundesgesetz, das für Arbeitsverhältnisse gilt, die auf einem privatrechtlichen Vertrag beruhen, wurde festgelegt, dass die Höhe des Grundgehalts und die weitere Entgeltbestandteile wie z.B. Sonderzahlungen auf dem Dienstzettel oder im Arbeitsvertrag anzugeben sind. Dies gilt für alle ab 2016 neu abgeschlossenen Dienstverhältnisse. Ein „pauschales All-In Gehalt anzugeben“ ist nicht mehr zulässig. Wird die Höhe des Grundgehaltes dennoch nicht angegeben, hat der Dienstnehmer Anspruch auf jenes Grundgehalt einschließlich der branchen- und ortüblichen Überzahlungen, das am Arbeitsort vergleichbaren Dienstnehmern von vergleichbaren Arbeitgebern gebührt.

Die neue All-In Regelung bringt erheblich mehr Transparenz im Vergleich zur bisherigen Gesetzeslage, ist aber im Einzelfall nicht besonders praktisch, wenn die Höhe des Grundentgeltes nicht angegeben wird. Deshalb empfiehlt der Autor bei der Ausstellung des Arbeitsvertrages oder Dienstzettels immer auf der Angabe der Höhe des Grundgehaltes zu bestehen. Diese Änderung gilt seit 29. Dezember 2015 und Sie finden Sie im RIS, unter www.ris.bka.gv.at, §2 Abs. 2 AVRAG.

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Franz Brandstetter

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