Arbeitgeberbewertungen als Employer Branding Tool
#Employer Branding & Personalmarketing | Barbara Oberrauter

(Kritische) Arbeitgeberbewertungen

Stärken Sie Ihre Employer Brand nachhaltig

Verfolgen Sie Ihre Bewertungen im Netz.

Seien Sie sich bewusst: Jeder kann – und wird – bewertet werden. Was man früher nur im persönlichen Gespräch mit den Mitarbeitern erfahren hat, verbreitet sich heute rasend schnell im Internet: Etwa ob ein Unternehmen ein gutes Betriebsklima, ansprechende Aufgaben und gerechte Gehaltsstrukturen bietet oder auch, wie der Kantinenkaffee schmeckt. Laut dem Hightech-Verband Bitkom informiert sich bereits jeder vierte Internetnutzer in Deutschland über zukünftige Arbeitgeber im Netz. Und: Mehr als zwei Drittel (70 Prozent) der Wechselwilligen lassen sich durch Bewertung in ihrer Entscheidung beeinflussen. Bleiben Sie daher auf dem Laufenden, was über Sie als Arbeitgeber gesagt wird, etwa indem Sie ein Google Alert mit Ihrem Firmenprofil einrichten, den Sie wöchentlich oder monatlich überprüfen – um im Fall des Falles reagieren zu können.

Treten Sie in Dialog.

Jede nicht beantwortete Bewertung ist eine verschenkte Chance, denn: Künftige Mitarbeiter suchen auf Bewertungsportalen gezielt nach Ihnen als Arbeitgebern. Was liegt daher näher, als sie genau da abzuholen, wo ihre Interessenslagen ohnehin liegen – nämlich bei Ihrer Bewertung? Gehen Sie auf offene Fragen ein, nehmen Sie Kritik ernst – und zeigen Sie Mut zur Ehrlichkeit, rät Johannes Prüller, Johannes Prüller, Head of Global Communications & Insights bei kununu: „Gerade für die jüngere Generation ist auch wichtig, wie glaubwürdig Sie in der Kommunikation sind und wie Sie mit kritischen Bewertungen umgehen.“

Keine Angst vor Arbeitgeber-Bashing.

Jedes Bewertungsportal verfügt über Community-Richtlinien, die sowohl technisch als auch von eigenen Teams eingehend überprüft werden. „Jeder Beitrag muss im Einklang mit unserem Verhaltenskodex stehen“ gibt etwa die Bewertungsplattform Glassdoor an. „Dieser stellt sicher, dass wir Arbeitnehmern und Stellensuchenden präzise, transparente und wertvolle Informationen zur Verfügung stellen und gleichzeitig Arbeitgebern gegenüber fair sind. 5-10% aller Beiträge werden von uns abgelehnt, weil diese den Verhaltenskodex verletzen.“Dasselbe gilt auch für kununu, so Johannes Prüller: „Wir wollen eine faire Plattform sein und die Transparenz sowohl für Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber erhöhen. Aufgrund unserer Bewertungsregeln sind grundsätzlich unternehmensschädliche Aktionen gar nicht möglich, denn: Wenn unserer Richtlinien nicht eingehalten werden, geht die Bewertung gar nicht online.“

Nehmen Sie sich Kritik zu Herzen

Egal ob negatives oder positives Feedback, Unternehmen, die die Kritik ernst nehmen, können sich durch sie kontinuierlich verbessern. Zumal anonyme Bewertungen meist ehrlicher sind als selbst erstellte Mitarbeiterbefragungen. Auf negative Bewertungen und Kritik sollte konstruktiv und überlegt reagiert werden – vorschnelle Handlungen verschlimmern die Situation eher. Es lohnt sich, dem Ursprung der Kritik auf den Grund zu gehen: Wie viel Wahrheit steckt in der Kritik? Ist die Kritik berechtigt? Sollten Verbesserungen in Betracht gezogen werden? Denn noch immer gilt: Zufriedene Mitarbeiter sind nicht nur für die öffentliche Wahrnehmung des Unternehmens positiv, sondern auch für das interne Arbeitsklima.

Achten Sie auf Bewertungen Ihrer Bewerber – auch jener, die den Job nicht bekommen haben.

Auf manchen Bewertungsportalen kann auch die Erfahrung von Bewerbern bewertet werden. Unterschied: Hier sind nicht aktive oder ehemalige Mitarbeiter am Wort, sondern Menschen, die sich von Ihrem Unternehmen angesprochen fühlen – und ihre Erfahrungen sind wertvoll, gerade wenn im regulären Bewerbungsprozess kein Follow-Up erfolgt, wenn Kandidaten abspringen, sagt Johannes Prüller. „Unternehmen bekommen so ein direktes Feedback, wie der Bewerbermarkt ihren Bewerbungsprozess wahrnimmt. Ist der professionell aufgesetzt, fehlt den Leuten irgendetwas, behalten auch Menschen, die nicht genommen wurden, das Unternehmen in guter Erinnerung? Unsere Erfahrung zeigt: Gerade am Anfang der Candidate Journey sind viele Unternehmen sehr gut, verlieren aber, je weiter dieser Prozess fortschreitet, etwa, weil die Antwort auf Bewerberfragen nicht zufriedenstellend war oder sie den weiteren Bewerbungsprozess nicht ausreichend kommuniziert haben. Durch Bewertungen können sich Unternehmen Hinweise holen, wie sie die eigene Candidate Journey optimieren können und an welchen Stellschrauben noch gedreht werden kann.? Wer diesbezügliche Kritik ernst nimmt und entsprechende Maßnahmen setzt, hält nicht nur die Besten im Bewerbungsprozess – sondern präsentiert sich auch nach außen hin als professioneller Arbeitgeber.

Lesen Sie Ihre Bewertungen aufmerksam – und melden Sie Auffälliges.

Gerade bei vielen neuen Bewertungen pro Unternehmen kann es schon mal sein, dass Dinge durch das enge Netz schlüpfen, das Bewertungsportale spannen, um sicherzustellen, dass Bewertungen verlässlich und nachvollziehbar sind. „Wenn Ihnen als Unternehmen daher auffällt, dass jemand eine Bewertung abgegeben hat, in der er angibt, im Jahr 2016 gekündigt zu haben, Sie aber in diesem Jahr gar keine Kündigungen hatten, geben Sie uns ruhig Bescheid. Wir überprüfen das dann – und nehmen die Bewertung im Fall des Falles auch offline.“ Dennoch sollte man sich nicht von vermeintlich falschen Bewertungen verrückt machen lassen, sagt Prüller: „Bei 1000 neuen Bewertungen pro Tag müssen wir weniger als ein Prozent offline nehmen. Das nimmt dem Ganzen dann doch den Nimbus des Gefährlichen.“

 



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Barbara Oberrauter
Barbara Oberrauter

Barbara Oberrauter ist langjährige Journalistin in Wien mit Schwerpunkt auf Karriere- und HR-Themen. Ihr Fokus liegt vor allem auf den vielfältigen Möglichkeiten, die moderne, digitale Arbeitswelten mit sich bringen - und wie sich Unternehmen und Mitarbeiter ideal darauf einstellen können.






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